Yukos Moskau fordert 100 Milliarden Rubel

Die russische Regierung erhebt schwere Vorwürfe gegen den Öl-Konzern. Steuern in Höhe von 2,6 Milliarden Euro sollen zu wenig gezahlt worden sein. Ex-Unternehmenschef Chodorkowski sitzt unterdessen weiterhin in U-Haft.

Moskau - Die russische Regierung hat dem Ölkonzern Yukos  Steuerhinterziehung in Milliardenhöhe vorgeworfen. Das Steuerministerium teilte am Dienstag mit, der Konzern habe im Jahr 2000 rund 100 Milliarden Rubel (2,6 Milliarden Euro) Steuern zu wenig gezahlt.

Ein Yukos-Sprecher wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern. Es die erste offizielle Steuerforderung an das Unternehmen, das unter großem Druck steht, seit der mittlerweile zurückgetretene Unternehmenschef Michail Chodorkowski im Oktober unter dem Vorwurf des Betrugs und der Steuerhinterziehung festgenommen worden war.

Der russische Oligarch Chodorkowski muss indessen bis nach der Präsidentenwahl im März 2004 in Untersuchungshaft bleiben. Eine Freilassung gegen Kaution sei zu riskant, da Fluchtgefahr bestehe, hatte das Moskauer Stadtgericht seine Entscheidung vor kurzem begründet.

Die Verhaftung Chodorkowskis hatte das Vertrauen von Investoren in Russland erschüttert. Viele sprechen von einem politischen Verfahren gegen Chodorkowski, der selbst politische Ambitionen hatte erkennen lassen.

Die Fusion der russischen Konzerne Yukos Oil und Sibneft  zum viertgrößten Öl- und Gasproduzenten der Welt war im Dezember geplatzt. Beide Seiten hatten sich darauf verständigt, die Fusion aufzugeben. Sibneft (Sibirskaya Neftianaya Compania) und Yukos hatten ihre milliardenschwere Fusion im April angekündigt. Kurz darauf folgten mehrmonatige Ermittlungen der Moskauer Staatsanwaltschaft gegen Yukos.

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