Rinderseuche Erster BSE-Fall in den USA

Lange Zeit bezeichnete sich die USA als BSE-freie Zone, nun ist ein erster Fall der gefährlichen Gehirnkrankheit aufgetaucht. Zahlreiche Länder stoppen deshalb ihre Rindfleisch-Importe aus den USA. Die McDonald's-Aktie begab sich daraufhin auf Sinkflug.

Washington - Zahlreiche Länder haben bereits am Mittwoch in Reaktion auf den ersten BSE-Verdachtsfall in den USA ihre Rindfleischimporte aus den USA gestoppt. Die EU bezeichnete den Schutz vor BSE allerdings als derzeit ausreichend.

Nach Bekanntgabe des BSE-Verdachts gaben die Aktien von Rindfleisch verarbeitenden Unternehmen wie die der Schnellrestaurantkette McDonald's  und Wendy's  am Mittwoch nach. Die Kette Burger King teilte mit, man verwende bei der Herstellung von Hamburgern nur reines Muskelfleisch, und dies sei auch noch nie mit BSE in Verbindung gebracht worden.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA teilte mit, wahrscheinlich sei die verdächtige Holsteiner Kuh bereits in der Geburtsherde mit infiziertem tierischem Abfall gefüttert worden. Nun werde geprüft, ob die bisher geltenden strengen Regelungen über die Tierfütterung noch einmal verschärft werden müssten. Mittlerweile bestätigten das tiermedizinische Labor im englischen Weybridge den BSE-Verdacht. Bis zum abschließenden Ergebnis sollen noch weitere Hirnproben untersucht werden.

BSE steht im Verdacht, beim Menschen eine bestimmte Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auszulösen, an der soweit bekannt mehr als 130 Menschen gestorben sind.

EU plant keine weiteren Maßnahmen

Nach dem Bekanntwerden des BSE-Verdachts stoppten zahlreiche Länder, darunter die wichtigsten Kunden für US-Rindfleisch, Japan und Südkorea, die Rindfleisch-Einfuhren aus den USA. Auch Südkorea, Hongkong, Singapur, Taiwan, Südafrika, Brasilien, Chile und Russland schlossen sich dem Einfuhrstopp an. "Die Aussetzungen sind alle zeitweilig und hängen von der Bestätigung der Krankheit im Bundesstaat Washington ab", teilte das südkoreanische Landwirtschaftsministerium mit.

Die Europäische Union (EU) plant dagegen gegenwärtig keine Verschärfung der Maßnahmen zum Schutz vor BSE. "Wir beobachten die Situation aufmerksam", sagte eine EU-Sprecherin. "Im Moment halten wir die Maßnahmen für ausreichend." Wegen der Behandlung von Rindern in den USA mit Wachstumshormonen hat die EU ohnehin ein Importverbot für einen Großteil des US-Rindfleischs verhängt.

Verlust für Rindfleischindustrie

Für die Rindfleisch-Industrie in den USA könnte Analysten zufolge BSE Verluste in Milliardenhöhe bedeuten. Ein Experte schätzte, der Vorfall könnte einen Preisrückgang für Schlachtvieh zwischen zwölf und 16 Prozent auslösen. Dies könne auf einen Verlust von rund zwei Milliarden Dollar im Jahr 2004 hinaus laufen. Für das auslaufende Jahr wird der Umsatz von Rindfleisch auf rund 37 Milliarden Dollar geschätzt.

Im vergangenen Jahr umfasste der gesamte US-Export von Rindfleisch offiziellen Angaben zufolge 3,2 Milliarden Dollar. Auch Rindfleisch verarbeitende Unternehmen wie McDonald's würden Einbuße verzeichnen. Die Aktien der Schnellrestaurantkette McDonald's und Wendy's gaben am Mittwoch um über vier Prozent nach. Allerdings werde die Auswirkung kurzfristig bleiben, falls es sich um einen Einzelfall handeln sollte, sagten Händler.

Nachdem der Verdacht bekannt geworden war beträtigte Goldman Sachs die US-Schnellrestaurant -Branche mit "Neutral". Zwar stünden die Aktien von McDonald's, Wendy's und Outback Steakhouse derzeit unter Druck, doch die Analysten gehen davon aus, dass in den USA derzeit eine Situation herrscht wie in Kanada im Mai dieses Jahres.

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