Mobilcom UMTS-Lizenz zurückgegeben

Acht Milliarden Euro für die Tonne: Mobilcom gibt seine im Jahr 2000 für teures Geld erworbene UMTS-Lizenz an die Regulierungsbehörde zurück. Unternehmenschef Thorsten Grenz will Mobilcom künftig als Service-Anbieter profilieren.

Büdelsdorf - Vorstand und Aufsichtsrat von Mobilcom  hätten die Rückgabe der Lizenz beschlossen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit sei Mobilcom frei, als Service-Provider auch UMTS-Dienste anzubieten und an dem entstehenden Markt teilzuhaben.

Mit der Lizenz wäre dies nicht möglich gewesen, da Lizenzinhaber nicht zugleich Service-Provider sein dürtfen. Mobilcom hatte für die Lizenz 8,4 Milliarden Euro bezahlt.

Mobilcom werde nach Rückgabe der UMTS-Lizenz mit allen Netzbetreibern Verhandlungen über den Vertrieb von UMTS-Produkten aufnehmen, sagte ein Sprecher am Dienstag. Zu möglichen weiteren Schritten, die das Unternehmen erwägt, machte er hingegen keine Angaben. Hierüber solle im nächsten Jahr eine Entscheidung gefällt werden.

"Es gibt keine Vorentscheidung der Regulierungsbehörde"

Mit der Rückgabe der UMTS-Lizenz hat Mobilcom die Verjährung durchbrochen und ist somit in der Lage, gerichtliche Schritte gegen die Regulierungsbehörde einzuleiten.

Dabei dürfte zum einen beim Mobilfunkanbieter die Rückerstattung der Umsatzsteuer und zum anderen die Erstattung von Teilen der Lizenzgebühr im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Aktie von Mobilcom zog unmittelbar nach Bekanntgabe der Pflichtmitteilung an.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat unterdessen noch nicht darüber entschieden, was mit der zurückgegebenen UMTS-Lizenz geschehen wird. Anfang kommenden Jahres werde dazu eine Marktumfrage unter allen Beteiligten durchgeführt, sagte Behördensprecher Harald Dörr am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. "Es gibt keine Vorentscheidung der Behörde zu diesem Thema."

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