Infineon 3 statt 180 Zulieferer

"Reinigungs-König" Peter Dussmann macht demnächst bei Infineon mehr als nur sauber. Sein Ex-Vorstand Herbert Lütkestratkötter konnte unterdessen für Hochtief einen Deal mit Infineon-Großaktionär Siemens einfädeln.

München/Essen - Infineon  lagert in Europa seine Grundstück- und Gebäudeverwaltung an das Berliner Unternehmen Dussmann aus. Den Betrieb der Gas- und Chemikalienversorgung an den europäischen Produktionsstandorten übernehmen Air Liquide  und Kinetics, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Damit konsolidiere Infineon beim Gebäude- und Zuliefer-Management die Zahl der Lieferanten von rund 180 auf 3 Generalunternehmen. Die Zahl der Schnittstellen werde damit deutlich reduziert und die Prozesse vereinfacht, hieß es weiter.

Der Auftragswert betrage 145 Millionen Euro für die gesamte Vertragslaufzeit von fünf Jahren. Vorgesehen sei, dass die drei Generalunternehmen auch Teile der Belegschaft von Infineon übernehmen. Die Gesamtverantwortung einschließlich der Entscheidungsbefugnis bleibe aber bei Infineon.

Hochtief übernimmt Siemens-Tochter

Bereits am Montag hatte der Essener Baukonzern Hochtief  die Gebäudemanagementsparte der ehemaligen Infineon-Mutter Siemens  übernommen. Die Übernahme erfolge vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung zum 1. Januar 2004, teilte Hochtief mit. Mit der Übernahme setze der Konzern den eingeschlagenen Kurs der Erhöhung des Dienstleistungsanteils am Konzernumsatz konsequent fort, hieß es weiter. Danach will Deutschlands größter Baukonzern den Anteil bis zum Jahr 2007 von derzeit 29 auf 50 Prozent steigern.

Wie Hochtief weiter mitteilte, erwirtschaftete die Siemens-Tochter im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis Ende September) mit knapp 1500 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von etwa 200 Millionen Euro. Den Umsatz von Hochtief Facility Management bezifferte der Mutterkonzern auf voraussichtlich mehr als 80 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr. Die Mitarbeiterzahl liegt weiteren Angaben zufolge bei rund 800.

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