Herlitz Übernahme geplatzt

Die schwedische Esselte-Gruppe hat offenbar die geplante Übernahme des angeschlagenen Schreibwarenkonzerns abgeblasen. Nach einem Pressebericht konnten sich die Parteien nicht über den Preis einigen. Ein erneutes Insolvenzverfahren droht angeblich dennoch nicht.

Berlin - Die Übernahme des Berliner Schreibwarenkonzern Herlitz durch die schwedische Esselte-Gruppe ist offenbar vom Tisch. Erst vor kurzem hätten die Schweden eine detaillierte Unternehmensbewertung vorgenommen, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD).

Auf Nachfrage von manager-magazin.de erklärte eine Sprecherin, Herlitz-Vorstandschef Norbert Strecker sei bis zum Abend in einer "wichtigen Besprechung" und werde sich vorher nicht zu dem Thema äußern können. Auch Esselte wollte zu der Meldung nicht Stellung nehmen.

Durch das Scheitern der Gespräche werde die Frage der weiteren Finanzierung von Herlitz wieder aktuell, berichtet die "FTD". Nach früheren Angaben laufen die Kreditlinien des Unternehmens Ende März 2004 aus. Sollten die Banken sie nicht verlängern, könnten das krisengeschüttelte Unternehmen zum wiederholten Mal vor dem Aus stehen.

Bankenkonsortium zeigt sich geduldig

Über die Kreditverlängerung werde voraussichtlich kurzfristig entschieden, schreibt das Blatt. Derzeit gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Gläubiger Herlitz in die Pleite schicken wollten.

Herlitz musste im April 2002 Insolvenz anmelden, wurde aber durch umfangreiche Forderungsverzichte der Gläubiger gerettet. Ein Bankenkonsortium unter Führung der HypoVereinsbank  hält rund 70 Prozent der Unternehmensanteile. Bereits vor der Insolvenz hatte Herlitz mit der Suche nach einem finanzstarken Partner begonnen, war jedoch lange Zeit damit erfolglos.

Im Frühjahr hatte Esselte Interesse an Herlitz angemeldet. Der schwedische Konzern, der mit Leitz bereits in Deutschland vertreten ist, wollte über das Berliner Unternehmen einen schnellen Zugang zu großen Handelskunden wie Metro oder Rewe bekommen. Esselte erzielt in Deutschland rund 200 Millionen Euro Umsatz.

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