Henkel Kaufangebot für US-Konkurrenten

Seit längerem war der Persil-Hersteller auf der Suche nach einem Zukauf. Nun will der Düsseldorfer Konzern seine Position auf dem US-Markt stärken und den Wettbewerber Dial übernehmen. Kostenpunkt: 2,9 Milliarden Dollar.

Düsseldorf - Henkel  will den US-Wettbewerber Dial Corp  für rund 2,9 Milliarden Dollar übernehmen und damit seine Position auf dem US-Markt bedeutend stärken. Dem Persil-Hersteller gelingt damit nach mehreren Fehlschlägen eine große Übernahme.

"Die geplante Übernahme von Dial ist für uns eine sehr bedeutende Akquisition. Sie wird unser Markenartikelgeschäft in Nordamerika nachhaltig stärken und sie ist ein strategisch bedeutender Schritt zur weiteren Internationalisierung unseres Wachsmittel- und Kosmetikgeschäfts", begründete Konzernchef Ulrich Lehner am Montag in einer Telefonkonferenz die Übernahme, der die Dial-Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung noch zustimmen müssen.

In beiden Bereichen war Henkel bislang im riesigen US-Markt nur schwach vertreten. Dies solle sich nun "ganz deutlich ändern", kündigte Lehner an. Die vor rund 100 Jahren gegründete Dial sei ein "etablierter und renommierter" Waschmittel- und Kosmetikhersteller. Die Übernahme werde sich rasch positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirken.

Henkel wolle über eine Tochtergesellschaft alle Dial-Aktien erwerben und den US-Aktionären 28,75 Dollar in bar je Anteilsschein bieten, teilte der Konzern mit. Finanziert werden solle die Übernahme zunächst aus vorhandenen flüssigen Mitteln und durch Fremdkapital. Später sei beabsichtigt, einen bedeutenden Teil der Minderheitsbeteiligung an Clorox sowie Ecolab oder einer Kombination aus beiden Beteiligungen zu veräußern.

Bei Wella den Kürzeren gezogen

Ziel sei es, das Single-A-Rating von Henkel zu erhalten. Finanzchef Lothar Steinebach sagte dazu, die Nettofinanzschulden von derzeit rund 600 Millionen Euro würden durch den Zukauf auf drei Milliarden Euro steigen. Abgebaut werden soll der Schuldenstand durch Verkäufe von US-Beteiligungen. Hier verfügt Henkel über Spielraum: Den Marktwert der Beteiligungen Clorox sowie Ecolab bezifferte Steinebach auf drei Milliarden Dollar sowie 1,9 Milliarden Dollar. Eine komplette Trennung von beiden Beteiligungen sei aber unwahrscheinlich, betonte er.

Dial mit Sitz in Arizona stellt unter anderem Seifen, Duschgele und Waschmittel her und erzielte 2002 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Dollar und ein betriebliches Ergebnis von 220 Millionen Dollar. Die Firma hat 2.900 Mitarbeiter. Im dritten Quartal hatte das Unternehmen seinen Gewinn nach eigenen Angaben um 15 Prozent auf 35,8 Millionen Dollar steigern können. Vor allem das Waschmittel Purex hatte dem US-Unternehmen zu Wachstum verholfen. Henkel wiederum nimmt mit Waschmitteln wie Persil vor allem in Europa eine starke Marktposition ein.

Die durch Marken wie Pritt und Persil bekannte Henkel-Gruppe hatte 2002 einen Umsatz von rund 9,6 Milliarden Euro erzielt. Der Konzern war seit längerem auf der Suche nach einem Zukauf, nachdem er bei der Übernahme von Wella  den Kürzeren gezogen hatte. Der Haarpflegespezialist war an den US-Konkurrenten Procter & Gamble  gegangen. Auch mit Beiersdorf  war Henkel in Verbindung gebracht worden, ohne dort zum Zuge zu kommen. Analysten hatten in der Vergangenheit auch kritisiert, die Position von Henkel auf dem US-Markt sei zu schwach. Henkel hatte dort rund 14 Prozent seines Umsatzes generiert. Lehner zufolge soll dieser Anteil nun durch Dial auf 23 Prozent hochschnellen.

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