Eon Bernotats 14-Milliarden-Plan

Zukaufen will der Energiekonzern dank "starker Finanzlage" auch in Zukunft, beispielsweise in Russland. Übernahmen vom Kaliber Powergen und Ruhrgas stehen aber nicht auf der Agenda. Vorstandschef Bernotat plant bis 2006 vielmehr, Integration und Konsolidierung zu pflegen. Und hohe Dividenden auszuschütten.

Düsseldorf - Der Energieriese Eon  hat am Freitag ein milliardenschweres Investitionsprogramm vorgelegt, das nach den großen Wachstumsschritten der Vergangenheit Integration und Konsolidierung in den Mittelpunkt stellt.

Der Konzern sieht aber dank einer "starken Finanzlage" auch über das Programm hinaus Spielraum für weitere Zukäufe. Am Wachstum sollen die Aktionäre beteiligt werden: Die Dividende soll bis 2006 im Durchschnitt um einen zweistelligen Prozentbetrag steigen. Der Aufsichtsrat bestellte zudem erwartungsgemäß Johannes Teyssen zum Vorstandsmitglied.

"Wir konzentrieren uns auf das Erreichen unserer ehrgeizigen finanziellen Ziele", betonte Vorstandschef Wulf Bernotat. Eon wolle vor allem in den Erhalt und den Ausbau seiner Netze und Kraftwerke investieren. Mammut-Übernahmen seien bis 2006 nicht geplant, unterstrich der Eon-Chef in einer Analysten-Konferenz.

8,7 Milliarden Euro für Sacheinlagen geplant

Insgesamt will der Konzern in den Jahren 2004 bis 2006 13,8 Milliarden Euro investieren. Angesichts des auf Konsolidierung und Integration liegenden strategischen Schwerpunkts entfalle der überwiegende Teil der Investitionen mit knapp 8,7 Milliarden Euro auf Sachanlagen. Für Finanzanlagen will der Konzern rund 5,1 Milliarden Euro ausgeben. Hierbei stehe die "Abrundung bestehender Beteiligungen in den Zielmärkten im Vordergrund".

In den kommenden drei Jahren werde der Mittelzufluss aus der Geschäftstätigkeit sowie die erwarteten Erlöse aus Verkäufen "deutlich größer als das geplante Investitionsvolumen sein", prognostiziert Eon weiter. Die "starke Finanzlage" des Konzerns eröffne Eon damit Spielraum für weitere strategische Akquisitionen, die in der Planung nicht berücksichtigt seien, hieß es weiter. Als Beispiel wurden die Gasförderung in Russland und in der Nordsee genannt.

Der Eon-Vorstand wolle im Januar über eine Russland-Strategie beraten, fügte Bernotat später hinzu. Dabei wolle er Optionen, Marktbedingungen und Risiken mit Blick auf Russland erörtern. Investitionsentscheidungen für das ehemals kommunistische Land bräuchten aber Zeit.

Renditeziel von mindestens 10,5 Prozent

Der Konzern bestätigte zudem die Ziele seiner im Projekt "on.top" umrissenen Finanzplanung. Eon wolle zudem bis 2006 eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von mindestens 10,5 Prozent erreichen. Die Dividende solle bis 2006 im Durchschnitt um einen zweistelligen Prozentbetrag steigen. Für den Free Cash Flow erwarte Eon, den Zielwert von mindestens 2,4 Milliarden Euro pro Jahr deutlich zu übertreffen.

Bernotat hatte bereits in der Vergangenheit Übernahmen in der Größenordnung von Powergen und Ruhrgas bis 2006 ausgeschlossen. Das im August vorgestellte Programm "on.top" stellt die Eingliederung der neuen Firmen, allen voran des Gasgroßhändlers Ruhrgas und des britischen Versorgers Powergen in den Vordergrund. Beide Gesellschaften hatten Eon jeweils zweistellige Milliarden-Euro-Beträge gekostet.

Die Eon-Tochter Viterra teilte mit, die Viterra Development GmbH habe den größten Logistikpark Tschechiens in Rudna an einen Investmentfonds verkauft. Branchenkreisen zufolge belief sich der Kaufpreis auf einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.

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