Postbank Zuwendung von der gelben Mutter

Quersubventionierungen zwischen der Post und ihrer Banktochter moniert die Monopolkommission – und verweist auf einen Parallelfall in Frankreich. Das will Börsen-Aspirant Postbank so nicht gelten lassen.

Bonn - Die Deutsche Post  in Bonn gewährt der Tochter Postbank nach Ansicht der Monopolkommission eine Quersubventionierung. Dem Institut würden Gebäude und Personal von der Konzernmutter teilweise umsonst zur Verfügung gestellt, kritisierte das Gremium in seinem am Donnerstag in Bonn vorgelegten Sondergutachten zur Lage auf dem deutschen Postmarkt.

In einem vergleichbaren Fall der französischen Post habe der Europäische Gerichtshof eine unzulässige staatliche Beihilfe gesehen, betonte die Monopolkommission. Die Postbank, die im Herbst 2004 einen Börsengang plant, hat sich gegen den Vorwurf zur Wehr gesetzt. Die Darstellung, die Bank nehme Gebäude und Personal ihres Mutterkonzerns kostenlos in Anspruch, sei falsch, sagte ein Postbank-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage von vwd.

Die Bank habe allein im vergangenen Jahr 465 Euro an die Deutsche Post AG gezahlt, dies sei ein marktüblicher Preis. Allerdings zahle die Postbank keine fixen Beträge etwa für Mieten oder Personal an die Post, erläuterte der Sprecher. Vielmehr entrichte die Tochter Provisionen für Neugeschäft und Bestandspflege.

Zudem komme die Postbank auch für Investitionen und Erneuerungen etwa für Geldautomaten auf. Dies sei "absolut üblich" bei Vertriebsorganisationen, betonte der Sprecher. Die Monopolkommission hatte darauf hingewiesen, dass das Verhalten der französischen Post "in einem vergleichbaren Fall" vom Europäischen Gerichtshof als unzulässige Beihilfe eingestuft worden sei.

Christian Hartel, vwd