Holsten Alles auf Anfang

Großaktionär Christian Eisenbeiss bleibt weiter auf seinen Anteilen sitzen. Die monatelange Suche nach einem Käufer für Deutschlands zweitgrößte Brauerei ist erfolglos abgebrochen worden. Die Aktie bricht zweistellig ein.

Hamburg - Die monatelange Suche nach einem Käufer der Hamburger Brauerei Holsten  ist vorerst gescheitert. Der Aktienkurs von Deutschlands zweitgrößter Brauerei brach daraufhin am Nachmittag um bis zu 22 Prozent ein.

Aufsichtsrat und Vorstand hätten die seit Mitte Juli laufende Überprüfung von strategischen Alternativen beendet, teilte Holsten am Donnerstag mit. Es habe sich kein konkreter Ansatz ergeben, der für Unternehmen, Mitarbeiter und Aktionäre von Vorteil gewesen wäre, hieß es. In der Aktionärsstruktur von Holsten gebe es keine Veränderung. Ein Firmen-Sprecher wollte darüber hinaus keinen Kommentar abgeben.

Holsten ist seit Monaten auf der Suche nach einem Käufer, seitdem bekannt geworden war, dass Großaktionär Christian Eisenbeiss in erheblichem Umfang Anteile abgeben will. Eisenbeiss hält gut 48 Prozent an Holsten. Mitte November hatte es von Holsten noch geheißen, das Unternehmen befinde sich weiter auf der Suche nach einem Partner. Die Gespräche dauerten an. Aus Branchenkreisen hatte es geheißen, Holsten verhandele mit der dänischen Brauereigruppe Carlsberg , der Bitburger Brauerei und Radeberger .

Das Scheitern der Verhandlungen dürfte an den unterschiedlichen Preisvorstellungen zwischen dem Verkäufer und den denkbaren Erwerbern liegen. Eisenbeiss wollte angeblich mehr als 500 Millionen Euro für seine Aktien erlösen, doch diesen Preis wollte niemand bezahlen. Die wirtschaftliche Lage bei Holsten ist weiterhin schwierig. In den ersten neun Monaten dieses Jahres brachen die Konzernerlöse um elf Prozent ein. Der Gewinn fiel um 55 Prozent auf 2,6 Millionen Euro. Das Ergebnis soll für 2003 dennoch positiv bleiben.

Der wegen zahlreicher Brauereien als zersplittert geltende Biermarkt war in Bewegung gekommen, als der belgische Brauereiriese Interbrew  durch Übernahmen Holsten vom ersten Rang verdrängte. Erst am Mittwoch hatte die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger-Gruppe den Einstieg bei der Stuttgarter Hofbräu  angekündigt.