Mobilcom Kein hinreichender Tatverdacht

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Vorstandsvorsitzenden der Mobilcom AG, Thorsten Grenz, wegen des Vorwurfs der Untreue eingestellt.

Kiel - Es habe sich kein hinreichender Tatverdacht gegen Thorsten Grenz ergeben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur vwd.

Gegen diesen bereits Ende November erfolgten Einstellungsbescheid habe die Millenium GmbH als Anzeigende Beschwerde eingelegt. Diese werde gegenwärtig von der Behörde geprüft. Eigentümerin von Millenium ist Sibylle Schmid-Sindram, Frau des ehemaligen Mobilcom-Vorstandsvorsitzenden Gerhard Schmid.

Hintergrund der Anzeige war ein von Mobilcom  geplantes Aktienoptionsprogramm zur Händlermotivation, das Schmid in Zusammenarbeit mit Millenium durchführen wollte. In diesem Zusammenhang hat die Staatsanwaltschaft Kiel bereits ihre Ermittlungen gegen Schmid wegen des Verdachts der Untreue mit der Erhebung der Anklage abgeschlossen. Schmid hatte dem Vorwurf zufolge das ihm anvertraute Geld nicht ordnungsgemäß verwendet und seine Pflichten als Mobilcom-Vorstandsvorsitzender verletzt. Er hatte zur Finanzierung des Händlermotivationsprogramms Millenium rund 70 Millionen Euro überwiesen.

"Leichtfertig erstattete unwahre Anzeige"

Wie Mobilcom - die Einstellung der Ermittlungen gegen Grenz wurde bestätigt - ebenfalls am Mittwoch mitteilte, habe das Landgericht Köln in einer Entscheidung unterdessen die Argumentation zurückgewiesen, dass der Treuhandvertrag für die von Millennium und Gerhard Schmid gehaltenen Aktien sittenwidrig sei. Millennium hatte vor dem Landgericht eine einstweilige Verfügung beantragt, dass der Treuhänder Helmut Thoma die Veräußerung von Aktien aus dem Treuhanddepot unterlassen solle.

Die Staatsanwaltschaft Köln habe laut Mobilcom das gegen Treuhänder Thoma eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen "erwiesener Unschuld" eingestellt. Die Staatsanwaltschaft habe die Anzeige "zumindest als leichtfertig erstattete unwahre Anzeige" gewertet und Millennium die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen der Beschuldigten auferlegt, was in Justizkreisen als überaus ungewöhnlich gelte.

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