Siemens Angemessene Entschädigung

Öffentliche Mahnung - der Elektrokonzern Siemens fordert wegen der Aufkündigung eines Vertrages von Argentinien rund 500 Millionen Dollar Schadenersatz.

München - Dabei gehe es um die Entwicklung eines umfassenden IT-Systems für Ausweisdokumente und elektronische Einreiseregister, sagte ein Siemens-Sprecher am Montag. Den Vertrag habe Argentinien bereits im Jahre 2001 gekündigt.

"Wir haben damit erstmals öffentlich kundgetan, auf welche Größenordnung sich unsere Investitionen belaufen und was wir als angemessene Entschädigung sehen", sagte der Sprecher. Siemens habe sich wegen Vertragsbruchs an das Schiedsgericht der Weltbank gewandt. Damit würden die Bemühungen um eine außergerichtliche Einigung in der Sache fortgesetzt, betonte er.

47 Millionen Ausweisdokumente

Siemens hatte die Schadenersatzforderung in einem Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC bekannt gegeben. Die inzwischen abgelöste Regierung unter Präsident Fernando de la Rua hatte den wegen hoher Kosten in Argentinien umstrittenen Vertrag mit Siemens im Mai 2001 storniert. Er beinhaltete unter anderem die Herstellung von 47 Millionen Ausweisdokumenten für 27 Dollar pro Stück. Darin seien auch Aufwendungen beispielsweise für Schulungsmaßnahmen sowie weitere hohe Investitionskosten enthalten, sagte der Siemens-Sprecher.

Der Konzern hatte im Zusammenhang mit dem entgangenen Auftrag bereits Sonderabschreibungen in Höhe von rund 300 Millionen Euro in den Bilanzen aufgeführt. Zu Reaktionen Argentiniens auf die Veröffentlichung der Schadenersatzforderungen wollte sich der Sprecher nicht äußern.