Eon Trennung wie befohlen

Die Übernahme der Ruhrgas AG wurde Eon zwar per Ministererlaubnis ermöglicht, war aber mit Auflagen verbunden. Mit dem Verkauf ihrer Anteile an den Versorgern EWE und VNG haben die Düsseldorfer diese jetzt erfüllt.

Düsseldorf - Eon  hat sich - wie von der Ministererlaubnis zur Ruhrgas-Übernahme gefordert - von seinen Beteiligungen an der Oldenburger EWE AG und der Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) getrennt. Damit seien jetzt alle Veräußerungsauflagen aus der Ministererlaubnis erfüllt, erklärte Eon am Montag.

Die 27,4 Prozent an der EWE werden den Angaben zufolge von den beiden Hauptaktionären des Unternehmens im Rahmen ihrer Vorerwerbsrechte übernommen. Eon erzielt aus dieser Abgabe einen Erlös von 500 Millionen Euro und einen Buchgewinn von rund 200 Millionen Euro. Die Käufer - die Energieverband Elbe-Weser Beteiligungsholding GmbH und die Weser-Ems Energiebeteiligungen GmbH - beabsichtigten, den erworbenen Anteil an der Börse zu platzieren, hieß es. An dem hierfür erwarteten Mehrerlös werde Eon partizipieren.

Wie Eon weiter bekannt gab, gehen 32,1 Prozent ihrer bisherigen VNG-Anteile an die EWE. Die übrigen 10 Prozent wurden den Angaben zufolge entsprechend den Auflagen der Ministererlaubnis den ostdeutschen Kommunen angeboten. Soweit die Kommunen das Angebot nicht annehmen würden, werde EWE auch diese Aktien zusätzlich erwerben. Der Kaufpreis für das gesamte VNG-Paket bezifferte Eon auf 840 Millionen Euro. Der Buchgewinn beträgt lediglich 50 Millionen Euro für den bislang von der Eon Energie AG gehaltenen 5,3-Prozent-Anteil. Bei den bislang von der Ruhrgas gehaltenen Aktien entstehe kein Buchgewinn.

Gazprom und Wintershall ausgestochen

Eon habe einen guten Preis für VNG und einen leicht enttäuschenden für EWE erlöst, stuft ING-Analyst Francois Poullet den Deal ein. Insgesamt sei das Desinvestitions-Programm mit Einnahmen von rund 2,6 Milliarden Euro - inklusive 100 Millionen Euro für den Bayerngas-Anteil - gut gelaufen. Zudem habe Eon die wichtigsten Wettbewerber in Schach gehalten.

An der VNG hatten unter anderem auch der russische Gaskonzern Gazprom  zusammen mit der BASF-Tochter Wintershall, die norwegische Statkraft sowie die französische EdF Interesse gezeigt.

Statkraft nehme die "deutsche Lösung" beim Verkauf der Eon-Anteile an der EWE und VNG "zur Kenntnis". Dies sagte Statkraft-Kommunikations-Vorstand Ragnvald Nero der Nachrichtenagentur vwd am Montag. Die EWE habe mehr für die VNG geboten, als Statkraft zu zahlen bereit war, ergänzte Nero.

Das Wirtschaftsministerium muss noch zustimmen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hat die geplanten Verkäufe nach eigenen Angaben noch nicht genehmigt. Der entsprechende Antrag der Eon AG liege zwar vor, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, auch wenn eine solche schnell zu erwarten sei. Die Auflagen der Ministererlaubnis könnten aus diesem Grunde auch noch nicht als "erfüllt" bezeichnet werden. Ein Eon-Sprecher zeigte sich am Montag aber "zuversichtlich", dass das Wirtschaftsministerium die Beteiligungsverkäufe genehmigen werde.