Sparkassen Verletzte Eitelkeiten

Während Düsseldorfs Oberbürgermeister schwere Vorwürfe gegen die Stadtsparkasse Köln erhebt, entscheidet sich am Freitag, ob neben Bonn auch Leverkusen in die Fusions-Verhandlungen mit den Domstädtern eintreten wird.

Düsseldorf - Der Verwaltungsrat der Sparkasse Bonn hat am Freitag erwartungsgemäß beschlossen, in Fusionsverhandlungen mit der Stadtsparkasse Köln zu treten. In Leverkusen beginnt die Sitzung hingegen erst am späten Nachmittag.

Schwere Vorwürfe erhob der Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin: Die Fusion der Stadtsparkassen Köln (22,3 Milliarden Euro Bilanzsumme) und Düsseldorf (10,3 Milliarden Euro) sei schon praktisch perfekt gewesen, als der für ihn völlig überraschende Zusammenschluss von Köln und Bonn (5,7 Milliarden Euro) bekannt gegeben worden sei, sagte Erwin der "Rheinischen Post".

Erwins Angaben zufolge war eine Fusion zunächst nur zwischen Köln und Düsseldorf ausgehandelt. Darin seien ein Doppel-Standort und eine Doppel-Spitze vereinbart gewesen, so Erwin in der Freitagausgabe der Zeitung. Zudem hätte das Beteiligungsverhältnis für Düsseldorf günstiger ausgesehen, als es das Verhältnis der Bilanzsummen habe vermuten lassen. Danach ist die Stadtsparkasse Köln etwa doppelt so groß wie ihre Düsseldorfer Schwester.

Lokführer, nicht Beifahrer

Nach dem Kölner Vorpreschen in Bonn sei das Thema Fusion für ihn erst einmal erledigt, so Erwin. Die Zeitung berichtete weiter, im Umfeld der Stadt sei von "verletzter Eitelkeit" zu hören, Erwin habe "Lokführer, aber nicht Beifahrer" sein wollen.

Damit ist der von Köln und Bonn angestrebte Zusammenschluss von vier Instituten zur größten deutschen Sparkasse offenbar zumindest vorläufig vom Tisch. Auch die Aussichten in Leverkusen sind ungewiss: Hier hatte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Manfred Herpolsheimer, die Teilnahme an "unverbindlichen Gesprächen" zwar nicht ausgeschlossen, gleichzeitig aber auf die Eigenständigkeit seines Hauses gepocht.

40 statt 59 Sparkassen im Rheinland

"Die Sparkassen Köln und Bonn arbeiteten bereits erfolgreich bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs zusammen", zitiert die "Berliner Morgenpost" Rolf Bietmann, Verwaltungsratschef der Stadtsparkasse Köln. Seit den ersten Sparkassen-Zusammenschlüssen 1990 habe sich die Zahl der kommunalen Institute allein im Rheinland von 59 auf 40 verringert, berichtet die Zeitung weiter.