WestLB 500 Millionen Euro Abschreibung

Die Flugzeug-Leasingtochter der WestLB wird dem Düsseldorfer Bankkonzern einem Zeitungsbericht zufolge in diesem Jahr ein großes Loch in die Bilanz reißen. AR-Chef Bernd Lüthje spricht unterdessen schon von einer weiteren Kapitalerhöhung.

Düsseldorf - Die WestLB müsse bei ihrer US-Tochter Boullioun Aviation eine Wertberichtigung von mehr als 500 Millionen Euro vornehmen, berichtet die "Die Welt" am Montag vorab.

Der Wertberichtigungsbedarf werde auch im dritten Gutachten der Bonner Bankenaufsicht genannt, das am 18. Dezember präsentiert werden solle. "Die WestLB hat für Boullioun bisher keinen Cent Vorsorge getroffen. Entsprechend hoch ist der Berichtigungsbedarf", zitiert die Zeitung ein Aufsichtsratsmitglied. Die Flugzeug-Leasing-Tochter sei damit das größte Abschreibungspaket im Geschäftsjahr 2003.

Ein Sprecher der WestLB nannte die Zahl eine reine Spekulation. Die Bewertung von Boullioun werde erst am Jahresende feststehen. Das dritte Gutachten der Bankenaufsicht liegt der WestLB noch nicht vor. Der Sprecher verwies darauf, dass die fünftgrößte deutsche Bank 2003 wie angekündigt alle Risiken in ihrer Bilanz bereinigen wolle.

Die WestLB hat die US-Tochter vor knapp drei Jahren von der Deutschen Bank übernommen. Derzeit umfasst der Bestand dem Bericht zufolge rund 90 Flugzeuge mit einem Marktwert von etwa 2,7 Milliarden Dollar. Für weitere 31 Flieger gebe es Kaufverträge. Der Wert der Flugzeuge sei nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 stark gesunken.

Noch einmal eine Milliarde nachschießen

In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur VWD schloss der Aufsichtsratsvorsitzende der WestLB, Bernd Lüthje, eine weitere Kapitalerhöhung unterdessen nicht aus. Diese würde dann aber nicht zum Verlustausgleich, sondern zur Sicherung des Wachstums dienen.

Die Frage stehe bis April 2004 an, sagte Lüthje. Erst vor gut einem Jahr hatte die WestLB eine Kapitalspritze von 1,25 Milliarden Euro erhalten. Es sei denkbar, dass jetzt noch einmal Mittel in einer ähnlichen Dimension benötigt würden, so Lüthje.

Die Entscheidung über eine Kapitalerhöhung sei Sache der Eigentümer, fügte Lüthje hinzu. Er gehe jedoch davon aus, dass diese positiv entscheiden würden. "Da hat es keinen Aufschrei gegeben", sagte Lüthje. An der WestLB sind indirekt das Land Nordrhein-Westfalen sowie die Sparkassen- und Giroverbände und die Landschaftsverbände von Rheinland und Westfalen-Lippe beteiligt.

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