Schwäbisch Hall Projekt Fernost

Mit viel Prominenz wird heute das Engagement von Schwäbisch Hall in China besiegelt. Die Bausparkasse erhofft sich ein Millionengeschäft im Reich der Mitte. Ohne ein Joint Venture lassen die Chinesen Schwäbisch Hall aber nicht auf den Markt.

Schwäbisch Hall/Peking - Der Vorstandsvorsitzende der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, Alexander Erdland, und der Präsident der China Construction Bank (CCB), Zhang Enzhao, unterzeichneten am Montag die Satzung des neuen Kreditinstituts. An dem ersten Joint Venture dieser Art sind der deutsche Bausparkassen-Marktführer mit zunächst 24,9 Prozent und die CCB mit 75,1 Prozent beteiligt.

Die "Sino-German Bausparkasse" will in den nächsten drei Jahren 160.000 Bausparverträge mit einem Volumen von umgerechnet knapp eine Milliarde Euro verkaufen. Voraussichtlich 2007 soll erstmals ein positives Jahresergebnis nach Steuern erzielt werden. "Das Bausparen kann einen wertvollen Beitrag bei der Privatisierung des chinesischen Wohnungsmarktes leisten", sagte Erdland. Der Partner China Construction Bank zählt zu den vier großen Staatsbanken Chinas. Mit einem Marktanteil von 37 Prozent bei Hypothekenkrediten ist die Gesellschaft landesweit Marktführer bei Baufinanzierungen.

Starten wird das Joint Venture mit rund 50 Mitarbeitern in der Provinz Tianjin, etwa 140 Kilometer südöstlich von Peking. Das Unternehmen firmiert als Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach chinesischem Recht. In der operativen Geschäftsführung (Executive Committee) stellt Schwäbisch Hall mit Hans-Dieter Funke den Präsidenten. Funke war zuvor bereits in vergleichbarer Funktion bei der tschechischen Schwäbisch-Hall-Beteiligung CMSS tätig.

Mit dem Markteintritt in China baut die Bausparkasse ihr Auslandsengagement aus. Das Unternehmen ist bereits mit seinen Töchtern in Tschechien, der Slowakei und Ungarn Marktführer im internationalen Bauspargeschäft. Rund drei Millionen Bausparer unterhalten allein in diesen drei Ländern Verträge mit einem Gesamtvolumen von 19,5 Milliarde Euro. Für das kommende Jahr ist eine Geschäftsausweitung nach Rumänien geplant.

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