Deutsche Bahn "Ziemliche Qualitätsprobleme"

Der Schienenkonzern bekommt seine Fahrplanprobleme nicht unter Kontrolle. Die Unpünktlichkeit im Güterverkehr treibt immer mehr Spediteure zurück auf die Straße.

Düsseldorf/Mainz - Verspätungen der Deutschen Bahn im Personenverkehr belasten das Geschäft der Konzerntochter Railion, früher bekannt als DB Cargo. Im Transportverkehr mit Lkw-Aufbauten und Containern, dem so genannten kombinierten Verkehr, springen nach einem Bericht des "Handelsblatt" erste Spediteure wieder ab. Grund: Die Fahrpläne werden nicht eingehalten.

Neben den massiven Verspätungen stört sich das Transportgewerbe auch an der schleppenden Abfertigung in den Umschlagterminals. Immer häufiger fordern Kunden nun die Spediteure auf, wieder auf die Straße zurückzukehren, damit die Wahre rechtzeitig ankommt. "Die Pünktlichkeitsrate spottet jeder Beschreibung", beschwerte sich Karl-Heinz Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL).

Bei Railion sind die Probleme offenbar bekannt. Ein Sprecher räumte ein, dass die Bahn derzeit "ziemliche Qualitätsprobleme" habe. Einer der wesentlichen Gründe sei die erhebliche Bautätigkeit im Schienennetz.

Auch das zusätzliche Frachtaufkommen, das durch das Niedrigwasser der Flüsse vom Binnenschiff auf die Bahn verlagert wurde, habe zu Kapazitätsengpässen bei Technik und Personal geführt. Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr im Kombinierten Verkehr ein Sechstel ihres Güterverkehrsumsatzes von 3,3 Milliarden Euro erbracht.

Bereits vergangene Woche hatten die Fahrplanprobleme zur Konfrontation im Personennahverkehr geführt. Auf Grund der grassierenden Unpünktlichkeit hatten Verkehrsverbände und Bundesländer der Bahn mit Strafgebühren im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich gedroht.

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