Banken "Etwas sehr Großes"

Laut Medienberichten haben sich die Chefs der vier großen Geschäftsbanken kürzlich mit Finanzminister Hans Eichel getroffen, um über eine mögliche Mega-Fusion zu diskutieren. Das Ministerium spricht von "grobem Unsinn".

Hamburg- Die größten deutschen Banken und die Bundesregierung diskutieren über mögliche Fusionen unter den vier Instituten. Bei einem Treffen der Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank , der Dresdner Bank, der Commerzbank  sowie der HypoVereinsbank (HVB)  mit Bundesfinanzminister Hans Eichel habe sich Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, für eine derartige nationale Lösung eingesetzt, berichtet die "Financial Times Deutschland" am Montag unter Berufung auf Teilnehmer des Treffens.

Eichel habe sich aufgeschlossen gezeigt und die Unterstützung der Bundesregierung zugesagt, schreibt die Zeitung weiter. Die Banker und Eichel versuchten damit, Übernahmen einzelner Institute durch ausländische Wettbewerber zu verhindern. Ob es einen großen oder mehrere Zusammenschlüsse geben solle und wie sie gestaltet würden, sei noch unklar. Aus Bankenkreisen habe es jedoch geheißen, es gehe nicht mehr um die Fusion einzelner, sondern um etwas sehr Großes.

Als Indiz dafür werde gewertet, dass sich Ackermann, Rampl, Müller und der Vorstandsvorsitzende der Allianz , Michael Diekmann bereits am vorvergangenen Wochenende in München getroffen haben sollen.

Berlin dementiert SPIEGEL-Bericht

Ein Sprecher des Bundesfinanzministers hat unterdessen einen Bericht des SPIEGELS dementiert, wonach Eichel Vorschläge für eine Fusion unter den deutschen Großbanken gemacht habe. "Entsprechende Berichte sind grober Unsinn", sagte der Sprecher am Montag in Berlin. Das Ministerium weise die Berichte zurück.

DER SPIEGEL hatte am Wochenende berichtet, Eichel habe führende deutsche Banken zu innerdeutschen Fusionen aufgefordert. In Kreisen der vier Großbanken hatte es dazu geheißen, die deutschen Banken würden sich von der Politik nicht in voreilige Fusionen oder Kooperationen drängen lassen.

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