Oetker Ungestillter Bierdurst

Konzernlenker August Oetker will die deutsche Brauereibranche aufrollen. Die Tochter Radeberger soll wachsen. Sowohl Holsten als auch Brau und Brunnen sind Zukaufskandidaten.

Bielefeld/Frankfurt - Der Nahrungsmittelkonzern Oetker ist entschlossen, sein Brauereigeschäft auszubauen. "Wir werden Treibende und nicht Getriebene sein", sagte August Oetker, persönlich haftender Gesellschafter der Oetker-Gruppe, der "Lebensmittel Zeitung".

Oetker machte jedoch keine Angaben zu bevorstehenden Zukäufen in der Braubranche. Der Bielefelder Markenkonzern wird sowohl für die Brau und Brunnen AG als auch für die Hamburger Holsten-Brauerei AG  als potenzieller Investor gehandelt. Mit Radeberger gehört bereits ein führender deutscher Brauer zu Oetker.

Auf Nachfrage von manager-magazin.de wollte ein Oetker-Sprecher die Ausführungen seines Geschäftsführers nicht genauer einordnen. Auch Holsten wollte zu möglichen Verhandlungen mit Oetker keinen Kommentar abgeben.

Dennoch ist August Oetker offenbar fest entschlossen den internationalen Großbrauereien Konkurrenz zu machen, nachdem er nach eigener Aussage vor wenigen Jahren sogar über den Ausstieg aus dem Bierbusiness nachdachte. Jetzt aber stellte Oetker klar: "Wir bleiben im Markt."

Im Stammgeschäft Nahrungsmittel sei Oetker klar auf Europa ausgerichtet, sagte der Unternehmenschef weiter. Im Vergleich zu Wettbewerbern wie Nestlé, Unilever oder Kraft sei Oetker gemessen am Umsatz zwar zu klein. Doch in den Märkten, in welchen man aktiv sei, könne die Konkurrenz das Unternehmen kaum verdrängen. "Wir müssen in jedem Land, in dem wir tätig sind, die Marktführung erringen."

Die Oetker-Gruppe hatte im vergangenen Jahr mit 19.000 Beschäftigen 5,1 Milliarden Euro umgesetzt. Das Unternehmen ist auch in der Schifffahrt (Reederei Hamburg Süd), im Bankgeschäft (Bankhaus Lampe) und bei Versicherungen (Condor) aktiv.

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