Dresdner Bank Adiós América Latina

Südamerika - einst ein Steckenpferd der Dresdner Bank - hat in der neuen Strategie der Allianz-Tochter keinen hohen Stellenwert mehr. Teile der Dresdner Bank Lateinamerika sollen verkauft oder in Partnerschaften eingebracht werden.

Hamburg - Nur knapp elf Monate nachdem die Dresdner Bank Lateinamerika (DBLA) angekündigt hatte, ihre Geschäfte neu auszurichten und nochmals 450 Arbeitsplätze zu streichen, kommt es jetzt für die in Hamburg sitzende Tochter der zur Allianz  gehörenden Dresdner Bank noch schlimmer.

Wie ein Sprecher der Dresdner Bank am Dienstag gegenüber manager-magazin.de bestätigte, stellt das Institut seine Engagements in Lateinamerika auf den Prüfstand und schließt auch einen Teilverkauf der 1906 gegründeten und auf die Region spezialisierten DBLA (7,7 Milliarden Euro Bilanzsumme) nicht aus.

"Die Restrukturierung der DBLA ist auf gutem Wege. In diesem Zusammenhang gab es eine Fokussierung auf die strategischen Kunden, die Präsenzstruktur in Lateinamerika wurde gestrafft und die Zentrale in Hamburg reorganisiert. Derzeit steht in einigen lateinamerikanischen Ländern noch das lokale Geschäft ohne Außenwirtschaftsbezug auf dem Prüfstand. Von Land zu Land sind dabei unterschiedliche Lösungen denkbar", so der Sprecher weiter.

Solche Lösungen könnten zum Beispiel das Einbringen von Geschäftsteilen in Partnerschaften sein. Zuvor hatte "Die Welt" berichtet, dass die DBLA (990 Mitarbeiter, davon 560 in Deutschland) komplett zum Verkauf stehe.

Am Montag hatte die Dresdner Bank bereits angekündigt, sich im Osteuropa-Geschäft mit Privatkunden zum Teil auf Kooperationen mit Partnerbanken zurückzuziehen, um sich in dieser Region auf das Firmenkundengeschäft und das Investmentbanking konzentrieren zu können.