DaimlerChrysler Tausende US-Gutverdiener sollen in den Vorruhestand

Mit durchschnittlich 79.000 Dollar Jahresgehalt beschäftigt Chrysler äußerst gut bezahlte Facharbeiter. Aber nicht mehr lange. Mehrere tausend von ihnen sollen in den Vorruhestand versetzt werden.

Chicago - Die zum DaimlerChrysler-Konzern gehörende amerikanische Chrysler Group will offenbar tausende hoch bezahlte Arbeiter in den vorzeitigen Ruhestand schicken.

Ein Chrysler-Sprecher bestätigte am Dienstag in Chicago, mit der Fahrzeugbaugewerkschaft (UAW) werde ein entsprechendes Programm erarbeitet.

Die Online-Ausgabe der Zeitung "Detroit News" berichtet, Chrysler wolle 5000 seiner 12.000 Facharbeiter mit jeweils rund 70.000 Dollar (60.000 Euro) abfinden. Insgesamt sei eine Entlassungwelle möglich, der bis zu 17.700 Arbeitsplätze zum Opfer fallen könnten, berichtet das Online-Medium weiter.

Task Force erstellt im November Abbau-Plan

Es sei zu früh, um genaue Zahlen zu nennen, sagte Unternehmenssprecher Michael Aberlich. Vom 1. November an werde eine Task Force einen Plan aufstellen. Bedingung für die Abfindungen sei die Bereitschaft der Angestellten, das Unternehmen zu verlassen. Voraussichtlicher Beginn des Programms ist das erste Quartal kommenden Jahres.

Die Entlassung von Facharbeitern ist ein wichtiger Schritt zur Kostenreduzierung des Konzerns, da sie bei Chrysler im Durchschnitt 79.000 Dollar im Jahr verdienen. Im zweiten Quartal dieses Jahres verbuchte das Unternehmen einen Verlust von einer Milliarde Dollar.

In den kommenden vier Jahren sind insgesamt 12.000 Arbeitsplätze bei Chrysler bedroht: Bei dem umfangreichen Stellenabbau seien Verkauf oder die Schließung von fünf Autoteile-Fabriken verantwortlich - hier ständen 8000 Arbeitsplätze auf der Kippe, berichtet "Detroit News".

400 Chrysler-Designer auf der Streichliste

Zusätzlich seien vier Teilebetriebe mit 4300 Beschäftigten informiert worden, dass sie wettbewerbsfähiger werden müssten, da sonst ebenfalls Verkauf oder Schließung die Folge wären, berichtet "Detnews.com" Außerdem würden 400 Designer-Jobs gestrichen.

Chrysler hatte im zweiten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Dollar verbucht und muss seine Kosten weiter senken, um wie geplant in diesem Jahr noch einen kleinen Gewinn zu erzielen. Der Autobauer aus Detroit hatte in den vergangenen drei Jahren bereits fünf Fabriken geschlossen und rund 26.000 Arbeitsplätze abgebaut.

Das Kürzungsprogramm sei auch aufgrund der Überlegenheit japanischer Auto-Produzenten nötig: Chrysler benötige 28 Arbeitsstunden je Auto, während die Nissan Motor Manufacturing  nur 16 Arbeitsstunden und Fabriken der Toyota  Motor 21 Arbeitsstunden je Fahrzeug benötigten.

9000 Azubis bei DaimlerChrysler Deutschland

Die Belegschaftszahl von DaimlerChrysler  in Deutschland ist dagegen jüngst gewachsen: Rund 2800 Auszubildende haben in diesen Tagen ihre Berufsausbildung bei DaimlerChrysler in Deutschland begonnen. Insgesamt beschäftigt der Autokonzern etwa 9000 Auszubildende, berichtete DaimlerChrysler am Dienstag in Stuttgart. Dies seien rund 40 Prozent aller Ausbildungsplätze der deutschen Automobilhersteller. Die Übernahmequote liege bei 90 Prozent. Insgesamt seien 57.000 Bewerbungen eingegangen - rund 5000 mehr als im Vorjahr.

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