HypoVereinsbank US-Aufsicht genehmigt Sonderregel für Münchener Rück

Die US-Aufsicht hat dem Börsengang der HVB-Tochter Hypo Real Estate (HRE) ein wenig Rückenwind gegeben. Per Sondererlaubnis darf Großaktionär Münchener Rück einen Anteil von mehr als 20 Prozent halten. Das senkt die Gefahr eines hohen Verkaufsdrucks zum HRE-Börsengang.

München - Wenige Tage vor dem Börsengang der HypoVereinsbank-Tochter Hypo Real Estate hat die US-Aufsicht grünes Licht für eine Beteiligung der Münchener Rück  an dem neuen Unternehmen gegeben.

Das Federal Reserve Board habe den entsprechenden Antrag bewilligt, sagte ein Münchener-Rück-Sprecher am Dienstag. Die HVB  bringt ihr gewerbliches Immobiliengeschäft am kommenden Montag (6. Oktober) an die Börse. Als HVB-Großaktionär wird der weltgrößte Rückversicherer an der Hypo Real Estate zunächst automatisch rund 26 Prozent halten.

Die Münchener Rück benötigte für ihr Paket die Genehmigung der beaufsichtigenden US-Zentralbank, weil ihr die US-Aktivitäten der Hypo Real Estate zugerechnet werden, wenn sie mehr als 25 Prozent der Anteile beherrscht. Ohne die Bewilligung hätte die Hypo Real Estate das Geschäft in den USA nicht aufnehmen können oder die Münchener Rück hätte ihre Beteiligung reduzieren müssen.

Für die Börsenentwicklung der Hypo Real Estate ist das weitere Vorgehen der Münchener Rück mitentscheidend. Falls sich der Rückversicherer von seinem Paket trennen will, dürfte der Kurs kräftig unter Druck geraten. Ein Konzernsprecher wollte die weiteren Pläne nicht kommentieren. Dies halte die Münchener Rück bei Beteiligungen grundsätzlich so.

Der Spin-Off von HRE an die Börse ist für die Analystenzunft schwer einzuschätzen. Da es keine Graumarktkurse als Orientierung gibt, kalkulieren die Mitarbeiter in den Aktien-Research-Abteilungen der Banken mit einem Kurs bei 25 bis 50 Prozent des Buchwerts - oder einem Wert von neun bis 15 Euro je Aktie.

Münchener Rück - Neue Pläne für das Allianz-Paket

Münchener Rück - Neue Pläne für das Allianz-Paket

Durch die Fusion der Westfälischen Hypothekenbank AG (WestHyp) auf die Hypo Real Estate sind am heutigen Dienstag Georg Kottmann (64) und Jürgen Töniges (60) "einvernehmlich" aus dem Vorstand der WestHyp ausgeschieden. Theodor Knepper und Frank Hellweg, gleichzeitig Vorstandsmitglieder der Hypo Real Estate, übernehmen die Leitung der WestHyp.

Neben dem Engagemnet bei der HVB hält die Münchener Rück auch eine Überkreuzbeteiligung mit der Allianz . Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vorab berichtet, planen die Unternehmen, den seit 1921 bestehenden Rahmenvertrag ihrer "Grundsätze der Zusammenarbeit" endgültig aufzuheben. Darüber seien beide Seiten prinzipiell einig, berichtet die FAZ unter Berufung auf Versicherungskreise.

Überkreuzbeteiligung "von der Realität überholt"

"Beide Seiten wollen den Vertrag beenden, da er durch die Entwicklungen der letzten Jahre von der Realität überholt worden ist", zitiert die FAZ einen Sprecher der Münchener Rück. Der Vertrag regelt unter anderem die Überkreuzverflechtung von Allianz und Münchener Rück sowie die Höhe der Summe, in welcher sich die Allianz bei der Münchener Rück rückversichert.

Die noch bestehenden gegenseitigen Beteiligungen von 15 Prozent dürften somit mittelfristig weiter reduziert werden. Für das eigentliche Versicherungsgeschäft werde sich durch die Beendigung des Vertrags kaum etwas ändern, heißt es weiter.

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