BMW Neue Konditionen durchgeboxt

Der Autohersteller hat sich offenbar im Streit mit seinen Vertragshändlern durchgesetzt. Diese hatten die auf fünf Jahre befristeten Verträge und die nicht mehr festgelegten Margen bemängelt.

Berlin - Im Streit mit seinen Vertragshändlern hat sich der Autohersteller BMW  nach eigenen Angaben vorerst durchgesetzt. "Die neuen Verträge werden wohl so gelten, wie sie unterschrieben worden sind", sagte Michael Ganal, Vertriebs- und Marketingvorstand des Münchner Automobilkonzerns, der Tageszeitung "Die Welt" (Montagsausgabe).

Der europäische Verband der BMW- und Mini-Händler hatte bei EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti Beschwerde gegen die seiner Meinung nach rigiden Vorschriften in den BMW-Verträgen eingereicht. Allerdings hätten die Händler die neuen Verträge zum größten Teil unterschrieben, die Beschwerde habe darum keine aufschiebende Wirkung, sagte Ganal der Zeitung.

Monti will mit einer Neufassung der so genannten Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) den Autohandel liberalisieren und die Preise für Pkw senken. Vom 1. Oktober an dürfen die Händler mehrere Automarken gleichzeitig vertreiben. BMW, so bemängeln die Händler, verhindere mit Vorschriften zur Lagerhaltung und Ausstattung der Ausstellungsräume praktisch einen Mehrmarkenvertrieb. Auch werde den Händlern mit Kündigung gedroht, falls sie andere Marken außer BMW verkauften. Die Händler stoßen sich auch, dass BMW die bisher unbefristeten Verträge auf eine Laufzeit von fünf Jahren begrenzt hat und nun binnen Jahresfrist kündigen kann. Hinzu kommt, dass sich die Händler über niedrige Margen ärgern.

Ganal kündigte gleichzeitig an, dass die Zahl der Stützpunkte und Händler sinken werde. Nach dem 1. Oktober werde die Zahl der Autohäuser auf 1700 und die Zahl der Unternehmer auf unter 1000 fallen. Derzeit habe BMW 1800 Stützpunkte, die von 1100 Unternehmern betrieben werden.

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