Bankensystem IWF knöpft sich Sparkassen vor

Der Druck auf das deutsche Bankensystem wird stärker. Nun fordert auch der Internationale Währungsfonds einen Umbau. Vor allem das Fusionsverbot von öffentlichen und privaten Banken stößt der mächtigen Organisation sauer auf.

Hamburg - Den Sparkassen und Landesbanken bläst immer schärfer Wind ins Gesicht. Nachdem schon die EU-Kommission die öffentlich-rechtlichen Sparkassen ins Visier genommen hatte, kritisiert nun der Internationale Währungsfonds (IWF) das Verbot von Fusionen zwischen öffentlichen und privaten Banken.

Schon wenige Tage zuvor, hatte der IWF bemängelt, dass die Struktur der Sparkassen nicht primär auf Profitabilität ausgerichtet sei. So müssten viele der Institute keine Dividende zahlen. Deshalb jedoch könnte dieser Bankensektor seinen Kunden deutlich günstigere Konditionen anbieten. Die übrigen Banken müssten nachziehen - worunter auch ihre Profitabilität leide. Diese Gemengelage führe dazu, dass die deutschen Banken für künftige Krisen nicht ausreichend gewappnet sein könnten, so die Argumentation des IWF.

Die Experten des IWF wollen deshalb empfehlen, den gesamten öffentlichen Bankensektor zu privatisieren. Edgar Meister, Präsidiumsmitglied der Bundesbank, verteidigt bereits die Sparkassen: "Wir brauchen keinen erhobenen Zeigefinger aus Washington", so der Bundesbanker. Dagegen gibt es in der Politik Kräfte, die eine Privatisierung der Institute wohlwollend sehen.

Die EU-Kommission strebt unterdessen ein Vertragsverletzungsverfahren an, mit dem die deutsche Regelung zu Fall gebracht werden, wonach sich nur öffentlichrechtliche Kreditinstitute "Sparkasse" nennen dürfen. Der Namensschutz behindere die Privatisierung.

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