Metro Immobilienverkauf fraglich

Zähe Verkaufsverhandlungen zu konzerneigenen Objekten - der Immobilien-Deal mit Rekord-Ausmaß will nicht glücken. Vorstand Mierdorf stört's wenig: "Wir stehen nicht unter Druck". Erfreulich seien die Aussichten im operativen Geschäft.

Berlin - Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro  sieht sich bei seinen Gesprächen über die seit langem angekündigten Immobilienverkäufe nicht unter Druck. "Wir stehen nicht unter dem Druck, dass wir überhaupt abschließen und wir haben alle Optionen offen", sagte Metro-Vorstand Zygmunt Mierdorf am Rande einer Konferenz in Berlin.

Die Metro sei zum Verkauf nicht gezwungen. Vielmehr habe sein Unternehmen einen solchen Verkauf als eine "strategisch interessante Entwicklung verabschiedet". Die Diskussionen darüber liefen jetzt, sagte Mierdorf. "Wenn wir das Ergebnis erreichen, das wir uns vorstellen, dann verkaufen wir auch", sagte der Metro-Vorstand.

Gespräche über einen möglichen Verkauf seien nicht - wie in der Presse berichtet - zusammengebrochen, sagte Mierdorf. Es würden noch offene Fragen besprochen und der Vorgang "ganz normal abgearbeitet".

Europarekord - 350 Objekte auf der Verkaufsliste

Zu Zeitungsmeldungen, wonach Metro nur noch einen Interessenten für ihre Immobilien habe und mit dem Rücken zur Wand stehe, sagte Mierdorf: "Wenn das so wäre, würden wir uns anders verhalten." Am Schluss entscheide allein die Metro, an wen und zu welchem Preis sie verkaufe. Zugleich betonte er, dass ein Verkauf auch nicht zwingend sei.

Das Portfolio von Metro umfasst rund 350 Objekte, darunter auch die Kaufhof-Warenhäuser in attraktiven Innenstadtlagen. Schon im vergangenen Jahr wollte der Konzern die Gewerbeimmobilien verkaufen.

Gespräche überraschend abgebrochen

Mitte November hatte der Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Körber allerdings die laufenden Gespräche überraschend abgebrochen, weil die steuerlichen Konsequenzen aus dem Geschäft aufgrund der Steuerpläne der Regierung angeblich nicht absehbar waren. Sollte das Geschäft mit den Metro-Immobilien diesmal zu Stande kommen, wäre es die größte Transaktion dieser Art in Europa.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte am Wochenende berichtet, dass nach dem Ausstieg der Corpus Immobiliengruppe aus einem der beiden an einer Übernahme interessierten Bieterkonsortien nun auch die Verhandlungen mit dem Konsortium um die Agiv Real Estate ins Stocken geraten seien.

"Wachstum am oberen Rand des Zielkorridors"

Die Verkäufer seien nicht bereit, sich ungeklärte Risiken wie Asbestprobleme auf den Kaufpreis anrechnen zu lassen. Insidern zufolge ist ein Scheitern der Gespräche deshalb nicht ausgeschlossen.

Im operativen Geschäft rechnet Metro insbesondere im Osten Europas weiter mit einem über dem Konzerndurchschnitt liegenden Umsatz- und Gewinnwachstum und bestätigt außerdem die bisherigen Prognosen.

"Das Wachstum des Gewinns je Aktie wird wegen des schnellen profitablen Wachstums in Osteuropa am oberen Rand des Zielkorridors von 6 bis 10 Prozent liegen", sagte Mierdorf in Berlin. Zum erwarteten währungsbereinigten Umsatzplus von 5,5 Prozent werde das Geschäft in Osteuropa ebenfalls einen überproportionalen Beitrag beisteuern.

Im vergangenen Jahr hatte Metro in Osteuropa, wo der Konzern seit 1990 vertreten ist, den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 82 Prozent auf 191 Millionen Euro gesteigert. Dies waren rund 16,38 Prozent des konzernweiten Ebits. Der Umsatz kletterte dabei um rund 12 Prozent auf 7,5 Milliarden (rund 14,55 Prozent des Konzernumsatzes).

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