DekaBank/LRP "Angst vor Fusionswelle"

Aus der Hochzeit von DekaBank und Landesbank Rheinland-Pfalz wird wohl nichts. Einige Eigentümer des Fondsspezialisten sträuben sich gegen den Zusammenschluss. Erfolgreicher verhandeln zwei Sparkassenversicherungen.

Hamburg - Die geplante Fusion der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) und des Fondsspezialisten DekaBank steht offenbar kurz vor dem Scheitern. Wie die "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, wollen einige Landesbanken sowie Sparkassenorganisationen, die an der DekaBank beteiligt sind, den Zusammenschluss blockieren.

"Einige Länder haben Angst, dass das der Beginn einer Fusionswelle von Landesbanken und DekaBank sein könnte", habe ein Landesbanken-Insider der Zeitung erklärt. Damit würde ihr Einfluss auf die Kreditvergabe der Landesbanken sinken. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Verwaltungsrat der DekaBank, der mit Landesbanken- und Sparkassenvertretern besetzt ist, kühl auf die Fusionsbestrebungen reagiert und mitgeteilt, er habe die Verhandlungen "zur Kenntnis genommen".

Die wahrscheinlich nicht zu Stande kommende Fusion dürfte vor allem die Landesbank Rheinland-Pfalz schmerzen. Schließlich fällt 2005 die Gewährträgerhaftung weg, damit müssen die Landesbanken ohne Hilfe des Staates ihr Geld verdienen. Damit drohen ihnen erhebliche Gewinneinbußen. Deshalb hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Fusionen ein Mittel zum Erfolg sind. "Mittelfristig wird man über die Zahl der Landesbanken reden", sagte jüngst Heinrich Haasis, der Vizepräsident des Sparkassenverbandes.

Nach der geglückten Fusion der Landesbanken von Hamburg und Kiel zur HSH Nordbank gibt es in Deutschland derzeit noch elf Landesbanken - immer noch zu viele. Experten sehen nur zwei Institute als wettbewerbsfähig an: Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die HSH Nordbank. Die LBBW, so die Begründung der Analysten verfüge über ein starkes Retailgeschäft mit Privatkunden. Die HSH Nordbank habe sich als starke Sparkassenzentralbank positioniert, sei weltweit größter Anbieter von Schiffsfinanzierer.

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), der ein starkes Interesse nachgesagt wurde, sich der angedachten Fusion aus Deka-Bank und LRP anschließen zu wollen, versucht ebenso wie die SachsenLB einen stärken Verbund mit den Sparkassen einzugehen. Die Sparkassen-Finanzgruppe beäugt dies teilweise kritisch. Befürchtungen, die S-Finanzgruppe könnte ihre Stärken, die dezentrale Struktur, also die Nähe zum Kunden verlieren, wurden immer wieder laut.

Erfolgreich hingegen verlaufen derzeit die Verhandlungen für eine Fusion der Sparkassenversicherungen von Baden-Württemberg und Hessen-Nassau-Thüringen. Nach erfolgreichen Verhandlungen werde jetzt ein Integrationskonzept erstellt, teilten der Sparkassenverband Baden-Württemberg und der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen am Montag mit. Sitz der neuen Gruppe soll Stuttgart sein. Die fusionierten Versicherungen werden rund 20 Millionen Deutsche betreuen.

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