Tourismus Schwarze Wolken am Himmel

Die Tourismusbranche erholt sich nicht. Thomas Cook will jetzt größere gegen kleinere Flugzeuge austauschen. Die französische Hotelkette Accor und der Feriendorfbetreiber Club Med melden stark sinkende Umsätze.

Frankfurt/Main - Die Tourismusbranche hat weiter mit dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu kämpfen. So plant der Touristikkonzern Thomas Cook wegen der geringeren Nachfrage nach Flugreisen in Deutschland mittelfristig eine Restrukturierung seiner Flugzeugflotte. Wie Bereichsvorstand Rudolf Tewes auf einer Pressekonferenz am Mittwoch sagte, braucht Thomas Cook eine neue Flugzeugflotte mit mehr kleineren Maschinen. Mittelfristig sollten 22 Flugzeuge gegen kleinere Jets ausgetauscht werden.

Laut Tewes erwartet Thomas Cook in den nächsten Jahren keine dramatische Belebung der touristischen Nachfrage in Deutschland. Er rechne für 2004 und 2005 mit einem Wachstum zwischen zwei und vier Prozent, sagte Tewes. Das hohe Niveau des Jahres 2001 dürfte frühestens 2006 erreicht werden, glaubt der Bereichsvorstand. Die Preise im Flugbereich dürften auch 2004 auf dem niedrigeren Niveau verharren. An Thomas Cook, dem zweitgrößten europäischen Tourismuskonzern, sind Lufthansa und KarstadtQuelle zu je 50 Prozent beteiligt.

Der geplante Stellenabbau bei der Tochter Condor Flugdienst GmbH werde mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht völlig auszuschließen, sagte Tewes. Die Verkleinerung der Flugzeugflotte bringe einen Abbau von 356 Stellen mit sich. Davon sei knapp ein Drittel jedoch ohnehin nicht mehr besetzt, so dass effektiv 240 Mitarbeiter betroffen seien, sagte Tewes.

Accor: 7,8 Prozent weniger Umsatz

Auch der französische Hotelkonzern Accor  leidet weiter unter der Tourismus-Krise. Im ersten Halbjahr halbierte sich der Gewinn auf 106 Millionen Euro, der Umsatz schrumpfte um 7,8 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro - nicht zuletzt auch wegen der Lungenkrankheit Sars. Besonders schmerzlich für das Hotel-Geschäft waren die Auswirkungen des Irakkrieges und das Ausbleiben von US-Touristen. Accor rechnet aber mit einem Aufschwung und beobachtet nach eigenen Angaben in den USA bereits eine leichte Besserung.

Zum Jahresende peilt Accor ein Vorsteuerergebnis von rund 500 Millionen Euro an (2002: 703 Millionen Euro). Mit 150.000 Beschäftigten und fast 4.000 Hotels in Ketten wie Formule 1, Etap, Ibis und Sofitel ist Accor der viertgrößte Beherbergungskonzern der Welt. In diesem Jahr will das Unternehmen rund 180 neue Häuser eröffnen. Auch Kasinos, Reiseagenturen und Restaurants zählen zum Accor-Imperium.

Club Med: 14 Prozent weniger Umsatz

Einen Tag zuvor hatte Europas größter Betreiber von Feriendörfern, Club Méditerranée , Geschäftszahlen vom im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres gemeldet. Der Umsatz schrumpfte um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Obwohl die Reservierungen in der jüngsten Zeit gestiegen seien, werde es nicht mehr möglich sein, den Einbruch zu Beginn der Sommersaison auszugleichen, warnte der Reiseveranstalter bei der Vorlage der Zahlen.

Die kumulierten Reservierungen lägen derzeit noch 8,5 Prozent unter Vorjahr, hieß es. Das Unternehmen sieht die Ursache für die gefallene Nachfrage in "unterschiedlichen internationalen Ereignissen", die sich negativ auf den Tourismus ausgewirkt hätten.

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