IG Metall "Keine Lohnzurückhaltung predigen"

Jürgen Peters bekam bei der Wahl zum IG-Metall-Chef nur 66 Prozent Zustimmung. Nun scheint er sich von diesem Dämpfer erholt zu haben und gibt die Marschroute für die nächste Lohnrunde vor.

Düsseldorf - Er sehe für die bevorstehende Lohnrunde für die bundesweit 3,5 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie "keinen Grund zur Bescheidenheit", sagte Peters dem "Handelsblatt". Der Streit um gesetzliche Öffnungsklauseln und Scheitern des Streiks für die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland spielten da keine Rolle: "Ich glaube nicht, dass die Kolleginnen und Kollegen darin einen Grund zu besonderer Zurückhaltung sehen."

Die Lohntarifverträge in der Metallindustrie laufen zum Jahresende aus. Im Oktober beginnt in der IG Metall die Vorbereitung zur Festlegung der Forderung, die im November vom Vorstand beschlossen werden soll.

Die Entscheidung fällt damit wahrscheinlich genau in die Phase, in der die Union ihre Zustimmung zur Agenda 2010 an die Einführung von gesetzlichen Tariföffnungsklauseln knüpfen kann. Die Klauseln sollen Unternehmen künftig die Möglichkeit geben, zu Krisenzeiten direkt mit dem Betriebsrat über Lohn- oder Arbeitszeitveränderungen zu verhandeln. Die Gewerkschaften lehnen solche Klauseln ab, weil dadurch die Tarifverträge aufgeweicht werden würden. "Wir werden keine Lohnzurückhaltung predigen, nur damit die Union von ihrem Ziel ablässt, die Tarifautonomie zu beschädigen", sagte Peters.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hielt schon mal dagegen. "Es wird in der Tarifrunde vor allem darauf ankommen, Beschäftigung zu sichern", sagte Hauptgeschäftsführer Hans-Werner Busch laut "Handelsblatt". Eine "explosive Forderung" würde dem "sicher nicht gerecht" werden.

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