Übernahme Air Liquide will die Messer-Gruppe

1,5 Milliarden Euro Umsatz, 7200 Mitarbeiter und ein Pipeline-Netz im Ruhrgebiet - Messer Griesheim ist für den Weltmarktführer bei Industriegasen erste Wahl für einen Zukauf.

Paris / Krefeld - Der weltgrößte Industriegase-Lieferant Air Liquide  will möglicherweise 2004 den deutschen Gaseproduzenten Messer Griesheim teilweise oder ganz übernehmen.

Das sagte der Vorstandsvorsitzende von Air Liquide, Benoit Potier, der Pariser Zeitung "Le Figaro" (Dienstagausgabe).

Das Krefelder Unternehmen Messer Griesheim GmbH ist seit 2001 mehrheitlich in Besitz von Finanzinvestoren. Die Allianz-Tochter Allianz Capital Partners und Goldman Sachs Funds halten jeweils rund ein Drittel der Anteile.

"Derzeit kommt als einzige große Akquisition nur die deutsche Messer-Gruppe in Betracht", sagte Potier. Es sei bekannt, dass bei Messer Änderungen in der Kapitalstruktur anstünden. Air Liquide sei vor allem an einer teilweisen Übernahme interessiert. Eine komplette Übernahme müsste wettbewerbsrechtlich geprüft werden.

Anteilseigner Allianz will sich nicht äußern

Im August 2002 hatte Air Liquide bereits das Kanada-Geschäft von Messer gekauft. Bei Messer Griesheim war am Dienstag keine Stellungnahme zu erhalten. Ein Allianz-Sprecher wollte die Aussagen von Potier nicht kommentieren.

Messer Griesheim gehört zur Spitzengruppe der Industriegasunternehmen in Europa. Die Gruppe erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Sie verfügt über ein Standbein in den USA. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen belief sich auf gut 400 Millionen Euro. Die Gruppe hatte am Jahresende 2002 weltweit rund 7200 Mitarbeiter und verfügt in Deutschland über ein insgesamt rund 550 Kilometer langes Pipeline-Netz im Ruhrgebiet und im Saarland. In diesen Rohrleitungen werden Sauerstoff oder Stickstoff verteilt.

Air Liquide will nach Potier Worten in diesem Jahr zwölf Prozent des Umsatzes oder eine Milliarde Euro investieren. 40 Prozent der Mittel sollen mit Schwerpunkt USA in den Industriesektor fließen, hieß es. Für das zweite Halbjahr zeigte sich Potier wegen der guten Geschäftsaussichten in China und den USA optimistisch. Im 1. Halbjahr war der Überschuss um 1,2 Prozent auf 328,2 Millionen Euro gestiegen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.