Pflegeversicherung Mehr Minus gab es noch nie

Die gesetzliche Pflegeversicherung steuert angeblich auf ein Rekorddefizit zu. Etwa eine halbe Milliarde Euro fehlen. Experten rechnen mit anziehenden Beitragssätzen.

Berlin - Der Verband der Ersatzkassen rechne für 2003 mit einem Minus von 450 bis 500 Millionen Euro bei der Pflegeversicherung, berichtet die "Financial Times Deutschland". Experten der Techniker Krankenkasse erwarteten sogar ein Defizit von knapp 760 Millionen Euro. Den Berechnungen zufolge neigten sich auch die Finanzreserven der Pflegekasse dem Ende zu.

Bis 2005 dürfte sich das Polster auf 1,9 Milliarden von derzeit fünf Milliarden Euro verringern. Ein Beitragssatzanstieg gelte dann als sicher. Bisher zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam 1,7 Prozent des Lohns in die Pflegekassen, um die laufenden Kosten der Pflege zu decken.

Schmidt will das System umbauen

Die Pflegeversicherung war 1995 von der damaligen unionsgeführten Bundesregierung eingeführt worden und verbuchte im vergangenen Jahr ein Defizit von 400 Millionen Euro. Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) hat angekündigt, dass sie im kommenden Jahr eine Reform der Versicherung angehen will.

Sie hat aber schon klar gemacht, dass sie eine Abschaffung der Pflegeversicherung in ihrer jetzigen Form ablehnt. Auch der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Horst Seehofer (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, es im Prinzip bei dem geltenden umlagefinanzierten Modell zu belassen.

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