Lidl Aldi auf den Fersen

Der stark expandierende und aggressiv am Markt auftretende Discounter steigert den Deutschland-Umsatz auf knapp zehn Milliarden Euro. Lidl-Gründer Dieter Schwarz hat bereits Vorsorge gegen Übergriffe von außen getroffen.
Von Steffen Klusmann und Petra Schlitt

Hamburg - Der Lebensmitteldiscounter Lidl ist - gemessen am Umsatz - deutlich größer als bisher vermutet. Nach den überarbeiteten Schätzzahlen von M+M Eurodata setzte Lidl in Deutschland im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Euro um, bislang waren die Marktforscher lediglich von 8,4 Milliarden Euro ausgegangen. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (22. August) erscheint.

Europaweit lag der Erlös der Discountsparte den Hochrechnungen von M+M Eurodata zufolge bei rund 20 Milliarden Euro.

Die Lidl & Schwarz-Gruppe, zu der Lidl gehört, gibt selbst keine Zahlen bekannt. Nach der Aktualisierung liegt Lidl beim Deutschland-Umsatz nur mehr knapp hinter den Marktführern Aldi Nord (12,5 Milliarden Euro) und Aldi Süd (12,6 Milliarden Euro).

Wie manager magazin herausfand, hat Dieter Schwarz (63), der in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Gründer der Lidl & Schwarz-Gruppe, sein Unternehmen gegen Zugriffe von außen weitgehend abgeschottet.

Für den Fall seines Todes tritt nach derzeitiger Planung eine Gesellschafterstruktur in Kraft, die den Konzern praktisch unverkäuflich macht. Denn sämtliche Erlöse flössen bei einem Verkauf an die "Dieter Schwarz gemeinnützige Stiftung", die sich selbst gehören wird.