Dresdner Bank Tausende Jobs gefährdet

Rund 9000 von ehemals über 50.000 Arbeitsplätzen fielen bisher bei der Dresdner Bank schon dem Rotstift zum Opfer. Damit scheint bei der Allianz-Tochter aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein.

Frankfurt - Fast fühlt man sich an die guten alten Zeiten erinnert, in denen noch Bernd Fahrholz bei der Dresdner Bank das Sagen hatte. Dieser musste alle paar Monate zugeben, mit den zuvor angekündigten Stellenstreichungen nicht auszukommen, und präsentierte ständig neue Horrorzahlen. Rund 9000 der ehemals über 50.000 Arbeitsplätze bei der Dresdner Bank wurden bereits gestrichen. Nach aktueller Planung ist damit die Zielgröße der Kündigungswelle noch nicht erreicht - insgesamt sollen 11.000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Jetzt scheint Fahrholz' Nachfolger bei der Sorgentochter der Allianz , Herbert Walter, die Tradition der kurzfristigen Korrekturen fortzusetzen. Wie die "Börsen-Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, wird der ehemalige Deutsch-Banker, der im Gegensatz zu Vorgänger Fahrholz lieber im Stillen wirkt, dem Aufsichtsrat am heutigen Mittwoch ein Restrukturierungskonzept vorlegen, das tiefe Einschnitte vorsieht und Neuigkeiten zur Zukunft des Investmentbankings enthält.

Das neue Sparprogramm sehe einen zusätzlichen Stellenabbau in vierstelliger Höhe vor. Hierzu solle offenbar unter anderem die von Fahrholz forcierte Divisionalisierung zurückgedreht werden - eigenständige Supporteinheiten für einzelne Bankbereiche würden demnach zum Teil wieder integriert werden.

Unter dem Strich rote Zahlen erwartet

Das Zahlenwerk für das zweite Quartal, das die Bank an diesem Donnerstag vorlegt, werde Walter sicher Argumente für neue Sparmaßnahmen liefern, schreibt das Blatt weiter. Zwar dürfte die Dresdner operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben haben; am Finanzplatz werde aber erwartet, dass außerordentliche Belastungen das Ergebnis unterm Strich rot färben, was weiteren Handlungsbedarf signalisieren würde.

Eine Entscheidung könnte der Aufsichtsrat unter Leitung von Allianz-Chef Michael Diekmann in seiner Sitzung an diesem Mittwoch auch über die Ausgliederung von Teilen des Investmentbanking treffen. Schon seit Jahren wird darüber diskutiert, das M&A-Geschäft (Fusionen und Übernahmen) in eine Partnerschaft einzubringen.

Dass man sich zusätzlich auch komplett vom Aktien- und Corporate-Finance-Geschäfts trennen wolle, hatte Firmenkunden-Vorstand Karl Ralf Jung Ende Juli hingegen verneint. Für ein erfolgreiches Firmenkundengeschäft seien wesentliche Funktionalitäten des Investmentbanking unerlässlich, so Jung.

Ein Sprecher der Dresdner Bank wollte die Spekulationen gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren. Er verwies auf die für Donnerstag in Frankfurt anberaumte Pressekonferenz mit Dresdner-Chef Walter.

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