Deutsche Telekom Abschied von den Gelben Seiten

Der Konzern arbeitet weiter daran, seinen Schuldenberg abzubauen. Offenbar haben sich die Bonner nun für einen Verkauf der Tochtergesellschaft DeTeMedien entschlossen.

Bonn - Die Deutsche Telekom  ist offenbar in ihren Überlegungen ihr Tochter-Unternehmen DeTeMedien GmbH zu verkaufen, voran gekommen. Wie das Magazin "Focus" berichtet, verhandele die Telekom derzeit mit 90 Prozent der Partnerverlage, mit denen der Bonner Konzern die Gelben Seiten herausgibt.

Insgesamt sind es 108 Partnerverlage. Sie hätten sich dem Bericht zufolge in der Encourage Directories GmbH zusammengeschlossen. Größter Gesellschafter dieser Gesellschaft sei mit mindestens 15 Prozent der Nürnberger Telefonbuch-Verleger Gunther Oschmann. Er bestätigte dem Magazin "Interesse an der DeTeMedien". Insider schätzten den Marktwert der Frankfurter Firma auf bis zu 500 Millionen Euro.

Mit dem Verkauf ihrer Gelben Seiten würde die Telekom ihren Schuldenberg weiter abbauen können. Indes schlüge die Telekom einen Weg ein, den derzeit viele Telefongesellschaften in Europa beschreiten. Denn in den vergangenen Jahren haben viele Telekomkonzerne unter hohem Finanzdruck ihre Gelben Seiten versilbert. Neben Großbritannien und Italien wechselten auch in den Niederlanden die Branchenverzeichnisse ihren Besitzer.

Schon länger ist bekannt, dass auch die Deutsche Telekom den Verkauf dieser Sparte erwägt. Branchenkenner erwarten nun möglicherweise weitere Einzelheiten zur Bekanntgabe der Quartalszahlen am kommenden Donnerstag.

Branchenkenner gehen aber davon aus, dass Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke den Schuldenberg auf 54 Milliarden Euro habe drücken können. Damit hätte der Vorstandsvorsitzende bereits das Jahressoll erreicht, schreibt die "Welt am Sonntag".