Aldi Ärger in Holland

Bei der niederländischen Dependance des Discounters scheint der Betriebsfrieden gestört zu sein. So sind jetzt Mitarbeiter eines Logistikzentrums in den Streik getreten - die Geschäftsführung hat schnell reagiert.

Hamburg - Mit dem Arbeitsklima scheint es bei Aldi Niederlande nicht zum Besten zu stehen. Schon in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Meldungen über unzufriedene Mitarbeiter. Nun berichtet die niederländische Fachzeitung "Distrifood" über einen Streik von 90 Angestellten eines Logistikzentrums, die - so wörtlich - für "bessere Umgangsformen" gestreikt haben.

Die Geschäftsführung von Aldi Niederlande hat prompt reagiert: Weil die Streiks nicht legitim seien, wurde die Lohnfortzahlung eingestellt. Laut "Distrifood" soll die Geschäftsführung unzufriedenen Mitarbeitern sogar mit Entlassung gedroht haben.

In den vergangenen Jahren ging es bei den Streiks vor allem um unzufriedene Filialleiter, die sich vertraglich nicht auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 45 Stunden verpflichten lassen wollten. Aldi hatte angesichts anhaltender Personalengpässe seine Mitarbeiter verpflichten wollen, 45 statt 37 Stunden pro Woche zu arbeiten.

In deutschen Gefilden hat Aldi eine weitere negative Meldung erreicht. Der Discounter muss bei tiefgekühlten Produkten deutliche Absatzeinbußen hinnehmen: Die bei Aldi verkaufte Menge, so meldet die "Lebensmittel Zeitung unter Berufung auf Zahlen des Marktforschers AC Nielsen, sei in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent geschrumpft. Das Umsatzminus lag demzufolge sogar bei sechs Prozent. Die Zahlen sind insofern verwunderlich, weil der Absatz von Tiefkühlkost im klassischen Lebensmitteleinzelhandel sich im ersten Halbjahr 2003 nahezu stabil entwickelt hat.