Audi Vorstand schreckt vor Prognose zurück

Die VW-Tochter setzt mehr Autos ab. Der Gewinn aber bricht im ersten Halbjahr um rund ein Viertel ein. Gestiegene Vertriebskosten und eine schwache Wechselkursabsicherung haben das Ergebnis belastet.

Ingolstadt - Die VW-Tochter Audi erwartet nach einem Gewinneinbruch in den ersten sechs Monaten auch ein schweres zweites Halbjahr. "Die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen es zunehmend schwierig, das Gesamtjahresergebnis auf dem hohen Niveau der Vorjahre zu halten", teilte Audi am Dienstag mit.

Die Risiken aus Konjunkturflaute und starkem Euro bestünden unverändert fort. Trotz eines Absatzrekords brach der Gewinn im ersten Halbjahr um rund 25 Prozent auf 289 Millionen Euro ein. Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf rund 11,4 Milliarden Euro. Die Zahl der verkauften Autos kletterte leicht auf 387.767.

Während das Unternehmen bei Umsatz und Gewinn keine Prognosen für 2003 ausgab, will es beim Absatz das Vorjahresergebnis übertreffen.

Schwache Währungsabsicherung rächt sich

"Das waren in erster Linie Währungseffekte", begründete ein Sprecher auf Anfrage den Ergebnisrückgang. Ein Volumen wollte er jedoch nicht nennen. Darüber hinaus wurde Audi im Halbjahr durch einen Anstieg der Vertriebskosten um knapp 18 Prozent auf 681 Millionen Euro belastet.

Der gesamte VW-Konzern - und damit auch Audi - leidet seit vergangenem Jahr unter der im Vergleich zu Konkurrenten wie BMW oder Porsche schwachen Absicherung gegen Wechselkursschwankungen. Bereits 2002 war der Audi-Gewinn deshalb um rund 200 Millionen Euro niedriger ausgefallen. Und im laufenden Jahr hat VW konzernweit bis zur Jahresmitte etwa 800 Millionen Euro an Wechselkursbelastungen hinnehmen müssen.

Auf dem US-Markt will Audi die Wende schaffen

Im US-Markt soll nach einem leichten Absatzrückgang im zweiten Halbjahr die Wende geschafft werden. "Wir gehen davon aus, dass wir in den USA über Vorjahr laufen werden", sagte ein Audi-Sprecher. In den ersten sechs Monaten sank der Absatz im wichtigsten Auslandsmarkt um knapp drei Prozent auf rund 41.000 Verkäufe.

Dem dynamischen asiatischen Markt misst der Konzern China weiterhin eine wichtige Bedeutung zu. Im ersten Halbjahr steigerte das Unternehmen hier seinen Absatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 82 Prozent auf 29.412 Autos.

Inlandsmarkt fällt um vier Prozent zurück

Der deutsche Markt werde sich auf ähnlichem Niveau wie bisher entwickeln, sagte der Sprecher. Im ersten Halbjahr ging der Absatz im Inland um gut vier Prozent auf 121.033 verkaufte Autos zurück, der Marktanteil von 7,4 Prozent konnte gehalten werden.

Während Audi große Hoffnungen auf den neuen A3 setzt und im Luxusmarkt auf den neuen A8 baut, bleibt der A2 das Sorgenkind im Konzern. Der Absatz blieb mit 15.912 Fahrzeugen (Vorjahr: 21.982) hinter den Erwartungen zurück.

Insgesamt lieferte der Audi-Konzern, einschließlich der italienischen Handelsgesellschaft Autogerma, weltweit 512.644 Fahrzeuge aus. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Minus von 1,3 Prozent. Der Autoverkauf der Tochter Lamborghini stieg um 39 Prozent auf 239 Einheiten.

In den ersten sechs Monaten wurden insgesamt 378.074 Autos (Vorjahr: 363.174) produziert. Die Belegschaft im Konzern erhöhte sich um 3,1 Prozent auf 52.348 Mitarbeiter.

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