Entlastung Kassen senken Beiträge

Auf sanften Druck haben die gesetzlichen Krankenkassen angekündigt, im kommenden Jahr ihre Beitragssätze zu senken. Ob es gelingt, den Beitrag auf 13,6 Prozent zu drücken, ließen die Kassenvertreter jedoch offen.

Berlin/Hamburg - Die Spitzenverbände der gesetzlichen Kassen erklärten nach einem Treffen mit dem Staatssekretär im Sozialministerium, Klaus Theo Schröder, Voraussetzung für eine Senkung sei, dass die in der Gesundheitsreform angekündigten Entlastungen tatsächlich wirksam würden.

Das Maß der Senkung sei abhängig von der finanziellen Situation der einzelnen Kassen. Ziel der von Regierung und Opposition verabredeten Gesundheitsreform ist es, die Beitragssätze im kommenden Jahr auf 13,6 Prozent von derzeit durchschnittlich 14,4 Prozent zu senken.

Regierung und Union hatten den Kassen gedroht, ihnen notfalls per Gesetz Beitragssatzsenkungen vorzuschreiben. Einige Kassen hatten ursprünglich argumentiert, sie müssten zusätzliche Einnahmen zunächst zum Schuldenabbau verwenden. Nun soll es den Kassen offenbar ermöglicht werden, ihre Defizite schrittweise über mehrere Jahre verteilt abzubauen. Die Kassen erklärten heute weiter, für 2003 sei mit stabilen Sätzen zu rechnen.

Gesundheitsreform "ungerecht"

Eine Mehrheit von 84 Prozent der Deutschen hält die zwischen Regierung und Union ausgehandelte Gesundheitsreform unterdessen für ungerecht.

Nach einer Umfrage des Forsa-Instituts für das Hamburger Magazin "Stern" sehen nur elf Prozent der Befragten die Reform als gerecht an. 84 Prozent dagegen waren der Meinung, die Reform gehe einseitig zu Lasten der Patienten. Fünf Prozent waren unentschieden.

Konsequenzen aus den geplanten Änderungen wollen die meisten aber nicht ziehen. 69 Prozent der Befragten gaben an, bei einer Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal würden sie ihre Arztbesuche künftig nicht sorgfältiger planen.

Nur 28 Prozent wollen ihr Verhalten ändern. Die Möglichkeit, Medikamente per Versandapotheke zu bestellen, wollen 41 Prozent der Bundesbürger nutzen. 56 Prozent der Bundesbürger waren der Ansicht, für sie komme dies nicht in Frage.

Sozialbeiträge: Viel zahlen, wenig bekommen

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