Metro Preispoker um Immobiliengeschäft

Der Verkauf des milliardenschweren Immobilienvermögens rückt offenbar näher. Der Handelsriese hat zwei Bieterkonsortien jetzt eine Offerte vorgelegt - die Reaktion darauf ließ nicht lange auf sich warten.

Düsseldorf - Seit 1999 hat Deutschlands größter Handelskonzern immer wieder bekundet, seinen Immobilienbesitz verkaufen zu wollen. Doch zustande gekommen war das Geschäft bisher nicht. Nun hat Metro  zwei Bieterkonsortien schriftlich seine Verkaufsbereitschaft signalisiert. Dies schreibt die "Financial Times Deutschland" (Dienstagsausgabe).

In dem Brief der Metro an die Konsortien habe der Vorstand seine Konditionen dargelegt und Gespräche angeboten, heißt es in dem Bericht weiter. Beide interessierte Käufergruppen hätten schon auf die Offerte reagiert und ein Angebot vorgelegt.

Die Verhandlungsführer der Kölner Immobiliengruppe Corpus und dem Investmenthaus Morgan Stanley wollen offenbar nicht viel Zeit verlieren, und wollen am heutigen Dienstag die Metro-Zentrale in Düsseldorf aufsuchen, um Gespräche aufzunehmen. Neben Corpus bietet noch ein Konsortium um die Immobiliengruppe Agiv, der amerikanischen Beteiligungsgeschäft Blackstone und dem Investmenthaus Merrill Lynch.

Nicht einzeln, sondern als Ganzes verkaufen

Unklar ist aber noch, wie die steuerlichen Probleme gelöst werden können. Auch aufgrund steuerliche Schwierigkeiten war der Verkauf in der Vergangenheit gestoppt worden. Völlig offen ist auch welcher Preis für die 370 Immobilien gezahlt wird. In der Vergangenheit wurde ein Wert von 2,7 Milliarden Euro angegeben. Genau diese Summe nannte auch am heutigen Dienstag Philip Bonhöffer, Analyst bei der Merck Finck. Die "FTD" hatte in ihrem Bericht spekuliert, dass jetzt drei Milliarden Euro gezahlt werden könnten. Die "Börsenzeitung" (Dienstagsausgabe) sieht den Marktwert bei bis zu vier Milliarden Euro.

Metro hatte den Großteil der Gebäude und Grundstücke 1999 in der eigenständigen Gesellschaft Asset Immobilienbeteiligung (AIB) gebündelt, an der der Handelsriese mit 49 Prozent beteiligt ist, weitere 49,5 Prozent der Anteile hält die WestLB, den Rest die Versicherung Provinzial.

Wie die "Financial Times Deutschland" in ihrem Bericht schreibt, will Metro die Immobilien nicht als solches, sondern die AIB samt Tochtergesellschaften verkaufen. Metro hatte schon in den vergangenen Monaten bekundet, die Immobilien zurückmieten zu wollen (Sale-and-lease-back-Verfahren).

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