MLP Schmierenkomödie nähert sich dem Ende

Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP und sein Ex-Manager Dorian Simon haben sich in einem Kündigungsstreit zu einem Vergleich durchgerungen. An der Strafanzeige um angeblich weitergegebene Geschäftsinterna und eine Sex-Affäre hält MLP jedoch weiter fest.
Von Martin Scheele

Hamburg - Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP  und sein ehemaliger Top-Manager Dorian Simon haben einen Teil ihrer Rechtsstreitigkeiten beigelegt. Wie manager-magazin.de exklusiv erfuhr, hat das Landgericht Heidelberg im Rechtstreit um die fristlose Entlassung des ehemaligen MLP-Auslandschefs einen Vergleich vorgeschlagen. Dieser ist seit Freitag vergangener Woche rechtskräftig.

Nach dem Vergleich soll Simon deutlich unter 100.000 Euro (zwei Monatsgehälter) bekommen haben - relativ wenig, wenn man bedenkt, dass er zum Zeitpunkt seiner fristlosen Kündigung noch einen Fünf-Jahres-Vertrag in der Tasche hatte.

Auf Nachfrage von manager-magazin.de erklärt ein Unternehmenssprecher von MLP: "Beide Seiten haben Stillschweigen vereinbart. Wir sind jedoch mit dem Vergleich hochzufrieden, da der Vorschlag des Gerichts weitgehend den Vorstellungen unseres Unternehmens entspricht."

Vorstand bei Financescout24

Unabhängig davon hält der Finanzdienstleister an seiner Strafanzeige fest. MLP hatte Simon wegen angeblichen Geheimnisverrats angezeigt. Auf der Computer-Festplatte des Auslandschefs sollen angeblich Reste von gelöschten Dokumenten gefunden worden sein, die belegten, dass der Manager verschiedene Medien mit Geschäftsinterna versorgt habe.

Dazu hatte ihn angeblich eine Londoner Investmentbankerin nach einer Sexaffäre genötigt. Die Bankerin habe damit gedroht, Simons Ehefrau kompromittierende Fotos zu zeigen, sollte er nicht Geschäftsinterna weitergeben. Ziel der Aktion: Den MLP-Aktienkurs zu drücken und damit reif für die Übernahme durch Konkurrenten zu machen.

Simon war bis zu seiner Entlassung Vorstandsmitglied der MLP-Tochterfirma MLP Finanzdienstleistungen AG und für das gesamte Auslandsgeschäft des Dax-Unternehmens zuständig. Seit Anfang 2003 ist er Vorstandsmitglied des Internet-Finanzportals Financescout24, das zur Onlinefirma der Beisheim Holding Schweiz (BHS) gehört - einem Unternehmen von Metro-Gründer Otto Beisheim.

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