Lufthansa Swiss-Einstieg zum Schnäppchenpreis?

Die Lufthansa hat schon bessere Zeiten erlebt. Dennoch wird darüber spekuliert, ob sie sich an der Swiss beteiligt. Anteile der angeschlagenen Schweizer Fluglinie könnten so billig wie nie zu haben sein.

Frankfurt/Zürich - Die Lufthansa plant möglicherweise eine Dreißig-Prozent-Beteiligung an der defizitären Schweizer Fluggesellschaft Swiss. Das will die "Sonntags-Zeitung", die in Zürich erscheint, in Erfahrung gebracht haben.

Demnach will Lufthansa zunächst ein Drittel des Aktienkapitals von Swiss mit der Option auf eine spätere Mehrheit übernehmen. Hierfür wolle die Lufthansa aber lediglich 200 Millionen bis 300 Millionen Franken (130 bis 195 Millionen Euro) aufwenden. Swiss-Verwaltungsratspräsident Pieter Bouw sei über die Übernahmeofferte der Lufthansa erstmals an Pfingsten informiert worden.

"Bilaterale Gespräche" mit vielen möglichen Partnern

Gegenüber manager-magazin.de wiegelte Swiss-Air-Sprecher Jean-Claude Donzel ab: "Wir sind in Gesprächen mit sehr vielen Fluggesellschaften. Die Lufthansa gehört dazu, die aktuellen Meldungen kommentieren wir aber nicht." Der Zeitplan für neue Kooperationen oder Teilverkäufe sei offen.

Auch mit FinAir und Iberia, die wie American Airlines und British Airways zum OneWorld-Verbund gehören, würden bilaterale Gespräche geführt so der Swiss-Sprecher. Weiterer Verhandlungspartner sei der Verbund SkyTeam sowie die Star Alliance, zu der die Lufthansa gehört.

Lufthansa-Sprecherin Katrin Haase wollte das angebliche Gebot für Swiss weder bestätigen noch dementieren: "Über dieses angebliche Thema wird immer wieder berichtet", so Haase. "Wir kommentieren diese Berichte jedoch nicht."

Der vor elf Tagen abgetretene Lufthansa-Chef Jürgen Weber hatte bei der Hauptversammlung am 18. Juni gesagt, dass Unternehmenszukäufe für die Fluggesellschaft nur in Frage kämen, wenn sie den Wert der Lufthansa dauerhaft steigerten. Weber reagierte damit auf jüngste Spekulationen, wonach die Lufthansa bei der angeschlagenen Swiss einsteigen könnte.

Die Swiss ist aus der insolventen Swissair hervorgegangen. Erst vor einer Woche wurden neue drastische Sparmaßnahmen bekannt gegeben: Die Fluglinie wird 3050 ihrer rund 10.500 Arbeitsplätze abbauen. Zudem sollen 34 Flugzeuge stillgelegt werden, übrig bleiben dann nur noch 74 Maschinen.

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