Lufthansa Der nächste Aufstand droht

Der neue Konzernchef Mayrhuber drängt auf Zugeständnisse des Bord- und Bodenpersonals. Die Pläne dürften vor allem bei den Piloten auf heftigen Widerstand stoßen.

Hamburg - Die Lufthansa will nach einem Bericht des "Spiegel" die Tarifverträge für das Bord- und Bodenpersonal ändern, um den Konzern für den Wettbewerb mit Billig-Fliegern zu rüsten. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, soll Personalchef Stefan Lauer den Arbeitnehmervertretern im Auftrag des neuen Lufthansa-Chefs Wolfgang Mayrhuber nun Zugeständnisse abringen.

Auf heftigen Widerstand dürfte Lauer nach Ansicht des "Spiegel" dabei vor allem bei den Piloten stoßen. Die Gewerkschaft der Flugzeugführer, die Vereinigung Cockpit (VC), hatte für ihre Klientel vor zwei Jahren nach mehrtägigen Streiks zwar üppige Gehaltserhöhungen ausgehandelt. Tatsächlich habe sich der Zuwachs für die Piloten aber in Grenzen gehalten, weil ein Teil an die Gewinne gekoppelt ist - und die seien deutlich geschrumpft.

Sollte der Vorstand versuchen, den offiziell unkündbaren Konzerntarifvertrag zu kippen oder zu unterlaufen, der Abweichungen von den Arbeitsbedingungen im Cockpit nur bei Maschinen mit weniger als 70 Sitzen zulässt, will ein Teil der Piloten erneut den Aufstand proben, schreibt "Der Spiegel". Die Gelegenheit dazu könnte sich schon bald bieten. Zum April 2004 laufen die Vergütungsverträge für die Flugzeugführer aus. Dann dürften die Cockpit-Angehörigen ganz legal streiken.

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