RWE Minus sechs - die neue Konzernstruktur

Sieben statt 13 Führungsgesellschaften und eine stärkere regionale Kundenbindung - das sind die Eckdaten der radikal veränderten Konzernstruktur, die jetzt beschlossen wurde.

Nach der gestrigen Sondersitzung des RWE-Aufsichtsrats ist die neue Konzernstruktur, die Vorstandschef Harry Roels verantwortet, beschlossene Sache. Zentral ist die Straffung der Konzernstruktur von 13 auf sieben Führungsgesellschaften.

Die neue Konzernorganisation, die Roels nach eigenen Worten "gemeinsam mit 150 Führungskräften aus dem Konzern entwickelt" hat, bedürfe allerdings noch weiterer Verhandlungen und der Zustimmung der kommunalen Aktionäre von RWE Gas. Bis zum Jahr 2006 sollen durch die neue Struktur jährlich 300 Millionen Euro eingespart werden. Außerdem sollen in den kommenden zwei Jahren 1000 Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut werden.

Roels: "Die starke regionale Kundenorientierung ist der wichtigste Eckpunkt unserer neuen Konzernstruktur." Die RWE , deren sieben Führungsgesellsschaften erstmals einheitlich unter der Dachmarke firmieren, soll als "schlankes Group Center" konzernsteuernde Aufgaben wie Strategie, Planung, Controlling, Finanzierung, Kommunikation und die konzernweite Entwicklung des Topmanagements wahrnehmen.

Die neuen Zuständigkeiten der vier Topmanager

Roels übernimmt neben der Spitze des Group Centers auch die Verantwortung für die operativen Ressorts "Vertrieb und Netze" sowie "Wasser".

Die weiteren Ressorts und ihre Leiter:

  • Finanzen + Controlling - Klaus Sturany
  • Erzeugung und Gewinnung + Energie Großbritannien + Trading + Energiepolitik - Gert Maichel
  • Recht + Personal + Umweltdienstleistungen + Corporate Services - Jan Zilius
Im Konzern wird mit dem Group Business Committee ein neues Führungsgremium eingerichtet. Es besteht aus den Vorständen der RWE AG und Vorstandsvorsitzenden der operativen Gesellschaften im Kerngeschäft.

Der kontinentaleuropäische Kraftwerkspark (Kernenergie, fossile und regenerative Energie) und die Förderung von Braunkohle werden in der neuen Gesellschaft "RWE Power" (rund 10 Milliarden Euro Umsatz, circa 26.000 Mitarbeiter) gebündelt. Die Gesellschaft wird einen Doppelsitz in Essen und Köln haben. Als Vorstandsvorsitzender der neuen Gesellschaft ist Berthold Bonekamp vorgesehen.

RWE Power führt auch die Bereiche "Erneuerbare Energien" (Harpen) sowie "Aufschluss und Gewinnung von Öl und Gas" (RWE Dea).

42.000 Mitarbeiter bilden Ufers Team

Zudem ist die Integration des Strom- und Gasgeschäfts im Netz- und Vertriebsbereich in Deutschland und Kontinentaleuropa geplant. Das Wassergeschäft wird künftig in Deutschland und kontinentaleuropäischen Ländern mit starkem Energiegeschäft in Vertriebs- und Ergebnisverantwortung von regionalen Energiegesellschaften entwickelt - unter fachlicher Anbindung an RWE Thames Water.

Die Gesellschaften RWE Plus, RWE Gas und RWE Net werden in der neuen Führungsgesellschaft "RWE Energy" (mit mehr als 18 Milliarden Euro Umsatz und rund 42.000 Mitarbeitern) zusammengeführt. Die Gesellschaft wird ihren Sitz in Dortmund haben. Als stellvertretender Vorsitzender und Finanzvorstand ist Heinz-Werner Ufer vorgesehen - bis auf weiteres übernimmt er auch den Vorstandsvorsitz der Gesellschaft.

Mit RWE Energy bündelt der Konzern seine Produktangebote in einer Gesellschaft. Unter dem Dach von RWE Energy in Kontinentaleuropa werden zwölf Vertriebs- und Netzregionen für Strom und Gas gebildet, davon sechs in Deutschland. Dazu gehören die Regionalgesellschaft Mitte mit Sitz in Essen und die Regionalgesellschaft Nord mit Sitz in Dortmund, die den integrierten Strom- und Gasvertrieb im bisherigen RWE-Direktvertriebsgebiet übernehmen. RWE Solutions ist RWE Energy zugeordnet.

Die Übertragungsnetze werden in drei Gesellschaften betrieben: jeweils eine Gesellschaft für Strom- und Gasnetze in Deutschland sowie Transgas für das tschechische Ferngasnetz. Mit der neuen Struktur, so heißt es in einer Mitteilung von RWE, werden die Weichen für die Erfüllung von Unbundling-Vorschriften der EU gestellt, die bis 2007 umgesetzt sein müssen.

Trading-Aktivitäten unter einem Dach gebündelt

RWE Innogy bleibt Führungsgesellschaft für das Energiegeschäft in Großbritannien. RWE Thames Water zeichnet weiterhin für das weltweite Wassergeschäft von RWE verantwortlich. Die Zusammenarbeit zwischen RWE Innogy und RWE Thames Water soll über das schon eingerichtete Shared Service Center ausgeweitet werden.

Die Rolle der Führungsgesellschaft RWE Trading als Schnittstelle des Konzerns zum Energie-Großhandelsmarkt und als Drehscheibe für konzernweite Commodities (Strom, Gas, Kohle, Öl) wird durch die Übernahme des Tradinggeschäfts von RWE Innogy gestärkt. RWE Umwelt steuert die gesamten Umweltdienstleistungen im Konzern. RWE Systems ist weiterhin Dienstleister für konzernübergreifende Serviceaufgaben.

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