Fiat Schrumpfkur al Rabiata

Konzernchef Morchio zieht die Notbremse. Fabriken werden geschlossen, mehr als 12.000 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Gleichzeitig tritt Fiat die Flucht nach vorne an und investiert in Forschung und neue Fahrzeuge.

Turin - Der von Fiat-Chef Giuseppe Morchio ausgearbeitete neue Sanierungsplan sieht die Schließung von zwölf Werken vor. Weltweit werden 12.300 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2006 abgebaut, 9500 davon außerhalb Italiens.

Die anfallenden Sanierungskosten will Morchio durch eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1,8 Milliarden Euro finanzieren, die von einem Konsortium italienischer und ausländischer Banken garantiert wurde. Der Fiat-Verwaltungsrat gab am Donnerstag in Turin grünes Licht für die neue Strategie. Die Aktie des Konzerns wurde am Morgen an der Mailänder Börse vom Handel ausgesetzt.

Gleichzeitig setzen die Verantwortlichen auf Neuinvestitionen. Bis 2006 sollen insgesamt 19,5 Milliarden Euro vor allem in neue Produkte sowie in Forschung und Entwicklung gesteckt werden. Das Geld werde von Fiat  aus eigenen Mitteln aufgebracht, hieß es.

Neun Milliarden für neue Produkte

Allein 9,1 Milliarden Euro werden den Angaben zufolge in den Ausbau der Produktpalette fließen. Neben den bereits angekündigten neuen Modellen seien zudem die Entwicklung eines so genannten Microcar, eines Nachfolgers für den Fiat Multipla, sowie eines Geländewagens mit Allrad-Antrieb geplant.

Bereits 2004 will die Fiat-Gruppe beim Betriebsergebnis wieder die Gewinnschwelle erreichen. Im ersten Quartal 2003 hatte der Konzern einen operativen Verlust in Höhe von mehr als 340 Millionen Euro verzeichnet.

Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres rechnet Fiat weiter mit Verlusten beim operativen Ergebnis, die jedoch geringer ausfallen sollen als 2002. "Fiat befindet sich in einer Krisensituation, aber wir haben die besten Möglichkeiten, diese zu überwinden", sagte Fiat-Präsident Umberto Agnelli.

Morchio war im April von Fiat-Präsident Umberto Agnelli mit der Ausarbeitung des Rettungsplans beauftragt worden. "Er hat hervorragende Arbeit geleistet und hat nicht nur mein Vertrauen, sondern das des gesamten Verwaltungsrates", betonte Umberto Agnelli, Bruder des Ende Januar verstorbenen Fiat-Patriarchen Gianni Agnelli.

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