Lufthansa Für den guten Zweck

Der scheidende Lufthansa-Chef Jürgen Weber verteidigt die umstrittenen Pläne für eine Aufbesserung der Aufsichtsratsbezüge. Der designierte Chefkontrolleur der Fluglinie will die leidige Diskussion beenden und kündigte an, die ihm selbst im nächsten Jahr zukommende Erhöhung zu spenden.

Frankfurt - Er wolle damit ein Zeichen setzen, schreibt Weber in der Mitarbeiterzeitschrift "Lufthanseat". Die höheren Bezüge, die die Hauptversammlung am 18. Juni in Köln absegnen soll, waren zuvor von Aktionären und dem Gesamtbetriebsrat scharf kritisiert worden.

Der hässliche Streit droht den Stabwechsel an der Lufthansa-Spitze zu überschatten. Kommende Woche will Weber den Vorstandsvorsitz nach zwölf Jahren an seinen Nachfolger Wolfgang Mayrhuber übergeben. Kein Wunder, dass Weber jetzt die Notbremse gezogen hat.

Die vorgesehene Anhebung sei fair und angemessen, schreibt der Noch-Chef. Die Lufthansa würde sich damit weiterhin im unteren Drittel der Dax-Unternehmen bewegen. Zudem würde die Erhöhung erst im nächsten Jahr erstmals durchgeführt.

Nach einem Vorschlag des Vorstands sollen die Grundbezüge der Aufsichtsräte auf 20.000 Euro verdoppelt werden. Zudem sollen die an die Dividende gekoppelten variablen Vergütungen steigen. Nach Presseberichten könnte Weber als Aufsichtsratschef künftig statt 62.000 Euro bis zu 165.000 Euro einstreichen - vorausgesetzt, die Ausschüttung liegt wieder auf der Vorjahreshöhe von 60 Cent.

Das Spenden von Teilen des AR-Salärs ist für andere Mitglieder des Gremiums bereits Pflicht. So muss Verdi-Chef Frank Bsirske als Webers künftiger Vize wie alle Gewerkschafter Mandatseinkünfte jenseits von 32.500 Euro an die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung abgeben.

Eine Prognose, ob es im nächsten Jahr überhaupt zur Zahlung einer variablen Vergütung kommt, wolle er nicht aufstellen, schreibt Weber. Eine Veröffentlichung der einzelnen Bezüge der Vorstandsmitglieder lehnte Weber ebenfalls ab. Der Schutz der Privatsphäre ist demnach wichtiger, als die Annahme der Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex.