Donnerstag, 24. Oktober 2019

Lidl Ordentliche Rendite

Kennzahlen macht der Aldi-Konkurrent höchst ungern publik. Jetzt aber sind erstmals detaillierte Informationen durchgesickert. Deutlich wird, dass Lidl vor allem im Ausland rapide wächst.

Frankfurt - Mehr als 20 Milliarden Euro hat Lidl im vergangenen Jahr europaweit umgesetzt. Das berichtet die "Lebensmittel Zeitung" (LZ) unter Berufung auf interne Unterlagen des zur Unternehmensgruppe Schwarz gehörenden Discounters. Insider schätzen die Rendite auf drei Prozent vor Steuern.

Drei neue Discounthallen pro Woche: Lidl-Markt
Die Eigenkapitalquote gibt das Blatt mit deutlich mehr als 20 Prozent an. Bei einer Nettoliquidität im hohen dreistelligen Millionenbereich ist die Supermarktkette demnach für die Fortsetzung des aggressiven Expansionskurses gut gerüstet.

Seit der Eröffnung des ersten Marktes in Ludwigshafen-Mundenheim vor 30 Jahren wurden 5200 Filialen in mittlerweile 13 Ländern aufgebaut. Seit 1973 eröffneten demnach in Europa drei neue Discounthallen pro Woche.

Bei der zügigen Expansion setzt die Kette vor allem auf das Konzept der breiten Streuung. In mehreren Regionen baut Lidl parallel Märkte auf. Dabei geht zwar der logistische Vorteil verloren. Dafür steigt der Bekanntheitsgrad.

Das Auslandsgeschäft trägt sich selbst

Der Heimatmarkt steht längst nicht mehr im Zentrum der Konzernstrategie. Tatsächlich setzt Lidl voll auf Expansion im Ausland. Vor allem in Frankreich erwirtschaftet die Kette mit 4,4 Milliarden Euro ein Viertel des Gesamtumsatzes. Mit 1050 Filialen verfügt Lidl über ein Drittel der französischen Discountstandorte.

Ebenfalls erfolgreich sind die Neckarsulmer in Griechenland, Spanien und Portugal. Weniger positiv verläuft laut "LZ" hingegen das Engagement in Großbritannien. Die dortigen Lidl-Dependancen kommen bislang über ein Schattendasein nicht hinaus.

Die schnelle Erschließung neuer Auslandsmärkte bestimmt offenbar weiterhin das strategische Denken der Verantwortlichen. In Kürze wird Tschechien als neuer Standort hinzukommen. Noch in diesem Jahr sind Filialgründungen in Schweden und Ungarn geplant.

Osteuropa, die Türkei, das Baltikum, Dänemark und Norwegen stehen danach auf der Liste. Später soll mit Asien, Kanada, Mittelamerika und Australien der Sprung nach Übersee erfolgen.

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