Dow Chemical US-Konzern plant größte Investition im Osten seit 1989

Zwei Milliarden Euro will der US-Chemiegigant in den neuen Bundesländern investieren. Das Projekt soll kurzfristig angegangen werden, weil sonst umfangreiche Fördergelder auf der Kippe ständen.

Midland/Halle - Der Chemiekonzern Dow beabsichtigt offenbar, im Osten weitere zwei Milliarden Euro zu investieren. Verglichen damit sehen selbst Mega-Projekte wie das neue BMW-Werk in Leipzig bescheiden aus.

Die Summe von zwei Milliarden solle bis 2012 in bestehende und neue Anlagen in Sachsen-Anhalt und Sachsen fließen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Dadurch könnten bei Dow selbst und in den Kunststoffunternehmen der Region bis zu 1000 Arbeitsplätze entstehen. Bis zu 1,8 Milliarden Euro sollen allein in Sachsen-Anhalt in den Ausbau der Kunststofferzeugung gehen.

Schon jetzt bauten Partnerunternehmen ihr Engagement im "Dow Value Park" in Schkopau deutlich aus, weil sei fest mit einer positiven Entscheidung der Dow rechneten, so die "FAZ". Der Chemiekonzern werde wohl noch vor Jahresende die Investitionen bei der EU anmelden. Die Sache eile, da ab 2004 die Fördermöglichkeiten beschnitten würden.

Sollten die Pläne verwirklicht werden, wäre dies eine der umfangreichsten Industrie-Investitionen in Ostdeutschland seit der Einheit. BMW zum Beispiel will zunächst "nur" 1,2 Milliarden Euro in den Standort Leipzig investieren.

Bauarbeiten für PET-Anlage schon gestartet

Dow selbst hat seit 1995 mehr als 2,7 Milliarden Euro in Standorte im Osten gesteckt und beschäftigt in Schkopau, Leuna, Böhlen und Teutschenthal 2300 Mitarbeiter.

Erst am vergangenen Montag hatten am Dow-Standort in Schkopau (Landkreis Merseburg-Querfurt) die Bauarbeiten für eine zweite Anlage zur Produktion des Glas-Ersatzstoffs PET begonnen.

Aus dem Kunststoff werden Getränkeflaschen und Verpackungen hergestellt. Ende 2004 soll die Anlage, für die Dow mehr als 100 Millionen Euro investiert, fertig sein. Sie wird über eine jährliche Produktionskapazität von etwa 175.000 Tonnen verfügen. Damit steigert Dow seine jährliche Gesamtkapazität zur PET-Erzeugung in Europa auf über 450.000 Tonnen.

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