Konjunktur Dem aktivierten Arbeitsmarkt sei Dank

Überraschend stark ist die Zahl der Joblosen im Mai zurückgegangen. Dennoch markiert der Wert den Negativrekord seit der Wiedervereinigung. Mit einer Erholung der Konjunktur hat die leicht positive Entwicklung zudem nichts zu tun.

Nürnberg - Auf den ersten Blick sieht der Rückgang imposant aus: Die offizielle Zahl der Arbeitslosen ist im Mai nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit (BA) um rund 153.000 auf 4,342 Millionen gesunken. Experten hatten mit einem Rückgang um lediglich 70.000 gerechnet. Damit ging die Arbeitslosenquote auf 10,4 Prozent von 10,8 Prozent im April zurück.

BA-Chef Florian Gerster konnte noch eine zweite Überraschung vorweisen: Die um saisonale Effekte bereinigte Arbeitslosenzahl ist erstmals seit 15 Monaten gefallen. Diese Zahl sank um 4000.

Die Bundesanstalt schränkte jedoch ein, dass die bereinigte Zahl nicht konjunkturbedingt sei. Vielmehr sei sie eine Folge von "den Arbeitsmarkt aktivierenden Maßnahmen". Nach Gersters Darstellung bestehen weiterhin "Wachstumsrisiken", die den Arbeitsmarkt negativ beinträchtigen könnten.

Entsprechend sah auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) in den Vorlagen keinen Grund zum Jubeln. "Es ist zwar noch keine Trendwende, aber es ist ein positives Anzeichen", sagte Clement am Donnerstag in Berlin.

Trotz der Rückgänge waren 396.000 mehr Menschen ohne Job als vor einem Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen hat damit den höchsten Mai-Wert seit der Wiedervereinigung erreicht.

Weiter verschlechtert habe sich die Lage am Ausbildungsmarkt. Es zeichne sich ab, dass zum Ende des Berufsberatungsjahres im September 60.000 bis 70.000 Lehrstellen fehlten, so die BA.

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