MG Technologies "Geeigneter Kandidat"

Der Aufsichtsrat der MG Technologies bestätigt einen Bericht von manager-magazin.de, wonach der ehemalige Agiv-Chef Udo Stark neuer Vorstandsvorsitzender werden soll.

Frankfurt - Wie manager-magazin.de bereits am Montag berichtete, läuft bei MG Technologies  alles auf Udo G. Stark als Nachfolger von Kajo Neukirchen an der Spitze der ehemaligen Metallgesellschaft hinaus. Der Aufsichtsrat (AR) sehe im ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Agiv einen geeigneten Kandidaten für den Vorstandsvorsitz bei MG Technologies, sagte AR-Mitglied Bernhard Walter. Der ehemalige Vorstandssprecher der Dresdner Bank leitet am Dienstag die MG-Hauptversammlung (HV) in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst.

Der Chemie- und Anlagenbaukonzern erwartet unterdessen 2003 keine Besserung seiner Lage. Angesichts der schwachen Konjunktur stelle sich das Unternehmen auf "anhaltend schwierige Zeiten ein", sagte Finanzvorstand Karlheinz Hornung ebenfalls auf der HV. Wegen der Unsicherheit über die weitere globale wirtschaftliche Entwicklung sei eine Prognose für das laufende Jahr nicht möglich.

MG Technologies sieht aber gute Chancen, die Stahlbau Plauen GmbH und die Brückenbau Plauen GmbH kurzfristig zu verkaufen. Derzeit stehe das Unternehmen in Erfolg versprechenden Vertragsverhandlungen mit einem belgischen Investor, sagte Finanzvorstand Hornung. Der Stahlbaubereich der MG erzielt mit etwa 400 Mitarbeitern einen Umsatz von 90 Millionen Euro.

Eine komplette Zerschlagung - wie zuletzt von Neukirchen zumindest geprüft - steht wohl nicht zur Diskussion. Großaktionär Otto Happel sieht aber durchaus Bedarf, die derzeitige Aufstellung des Unternehmens zu überdenken. Außerdem ließ Happel über Walter mitteilen, dass er seinen MG-Anteil nicht von 20 auf 30 Prozent aufstocken wolle.

Ein Comeback weckt Erinnerungen

Um HV-Leiter Walter, der neben seinem Mandat bei MG unter anderem auch noch in den Aufsichtsgremien von ThyssenKrupp , DaimlerChrysler  und der Deutschen Telekom  sitzt, war es zuletzt ruhig geworden. Die kurzzeitige Rückkehr auf die große Bühne verdankt er dem Umstand, dass der eigentliche AR-Chef Helmut Werner erkrankt ist. Außerdem hatte der ehemalige Daimler-Manager angekündigt, gleichzeitig mit Neukirchen bei MG zu demissionieren und mit Ablauf der HV dem Unternehmen nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Dass das Comeback von Ex-Banker Walter ausgerechnet auf den Sturz zweier hochrangiger Manager fußt, weckt Erinnerungen. Hatte er doch im Juli vergangenen Jahres durch ein publik gewordenes Gespräch mit Finanzstaatssekretär Manfred Overhaus über die Zukunft der Deutschen Telekom nicht unwesentlich zum Sturz des damaligen Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer beigetragen, und für die - zwar dementierte - Indiskretion gehörig Kritik eingesteckt.

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