MG Technologies Die Deutsche Bank steigt aus

Die Deutsche Bank hat ihre verbleibenden Anteile von knapp fünf Prozent an dem Frankfurter Chemie- und Anlagenbaukonzern MG Technologies abgegeben. Damit setzt das größte deutsche Finanzinstitut seine Strategie fort, sich konsequent von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten zu trennen.

Frankfurt - "Wir haben die restliche Beteiligung an MG Technologies  vollständig an eine Vielzahl institutioneller und anderer Investoren abgegeben", sagte Ronald Weichert, Sprecher der Deutschen Bank . "Wir halten nun keine Anteile an MG Technologies mehr", fügte er hinzu. Bereits am Dienstag hatte das Institut die MG-Beteiligung auf rund 4,9 Prozent von zuvor rund neun Prozent reduziert.

Bei MG wurde der Verkauf gelassen aufgenommen. Eine Sprecher sagte: "Der Schritt steht im Einklang mit der erklärten Portfolio-Politik der Deutschen Bank, sich von Industriebeteiligungen zu trennen."

Der seit Mai 2002 amtierende Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hatte immer wieder betont, sich von Industriebeteiligungen trennen zu wollen. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank milliardenschwere Beteiligungen veräußert und Randaktivitäten wie etwa Teile des Private-Equity-Geschäfts abgestoßen.

Unklar bleibt, ob MG-Großaktionär Otto Happel seine Anteile mit den Aktien der Deutschen Bank aufstocken konnte. Der größte Anteilseigner gilt als Interessent für einen weiteren Zukauf.

Zwar hatte die Deutsche Bank am Dienstag aufkeimende Spekulationen zurückgewiesen, ihre MG-Anteile an Happel verkauft zu haben. Ob Happel beim Verkauf der Rest-Tranche einen Zuschlag bekommen hat, ließ der Finanzkonzern offen. "Es sind eine Vielzahl von Investoren zum Zuge gekommen", sagte Weichert.

Happel hatte im April überraschend eine Erhöhung seiner Anteile auf über 20 Prozent von zuvor mehr als zehn Prozent bekannt gegeben. Damit war der ehemalige Gea-Eigentümer zum größten Einzelaktionär bei MG Technologies aufgestiegen.

MG Technologies war im April wegen der Entscheidung im langjährigen Machtkampf zwischen Vorstandschef Kajo Neukirchen und seinem Rivalen Happel in die Schlagzeilen geraten. Nach der Anteilsaufstockung Happels auf über 20 Prozent hatte Neukirchen seinen Rücktritt für Ende Mai angekündigt.

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