Zulassungszahlen Der Autofrühling ist verschoben

Der Dachverband VDA bekräftigt seine positive Jahresprognose. Mehr Firmenwagen und neue Volumenmodelle sollen den seit Jahresbeginn schwachen Absatz ins Plus führen.

Mainz - Das Beste kommt erst noch, macht der Verband Deutscher Automobilindustrie der Branche Mut: Das Ende des Irak-Krieges, die sinkenden Ölpreise, das gestiegene Alter des Pkw-Bestands, die Vielzahl neuer Modelle und der Wegfall der Steuererhöhungspläne für Firmenwagen sollen im für eine Belebung auf dem Automarkt sorgen.

"Wir hatten gehofft, dass der Start ins Jahr ein wenig reibungsloser abläuft, aber wir haben keinen Grund, an unserer Prognose für das Gesamtjahr zu zweifeln", sagte der Chef des Verbands der Automobilindustire (VDA), Bernd Gottschalk, am Mittwoch in Mainz. "Die zweite Hälfte muss ein weniger stärker werden."

Der Verband rechnet mit 3,25 Millionen Neuzulassungen in Deutschland in diesem Jahr - ein nur geringes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. In den ersten vier Monaten fiel die Zahl der neu zugelassenen Autos in Deutschland um insgesamt zwei Prozent.

Rückenwind von den Auslandsmärkten

Die Gesamtsituation der Branche in den ersten vier Monaten sei im Vergleich zu anderen Industrien "relativ widerstandsfähig". Die bisherigen Branchendaten sind laut VDA zudem besser als die allgemeine Stimmung. Psychologische Faktoren und die allgemeine Verunsicherung überdeckten jedoch noch die positiven Zeichen.

Rückenwind bekommt die deutsche Automobilindustrie vor allem aus den Auslandsmärkten. Im bisherigen Jahresverlauf wurden etwa 1,2 Millionen deutsche Personenkraftwagen exportiert, damit wurde das Vorjahresergebnis um mehr als sechs Prozent übertroffen.

  April 2003 Januar - April 2003
Anzahl Veränderung** Anzahl Veränderung**
Pkw/Kombi
Produktion 433.000 -4 1.760.600 4
Export 307.300 1 1.246.200 6
Neuzulassungen* 291.000 -4 1.077.900 -2
darunter: ausländische Marken 103.000 0 380.500 1
Nutzfahrzeuge
Produktion 30.600 -6 116.700 2
Export 21.200 -10 84.200 1
Neuzulassungen* 24.800 -5 85.200 -4
Nfz bis 6t zGG (ohne Busse)
Produktion 18.300 -7 71.600 0
Export 12.400 -13 51.400 -1
Neuzulassungen* 17.900 -5 60.100 -5
Nfz über 6t zGG (ohne Busse)
Produktion 11.410 -5 42.100 5
Export 7.940 -9 30.600 5
Neuzulassungen* 6.460 -7 23.400 1
Busse
Produktion 890 27 3.000 5
Export 860 60 2.300 -6
Neuzulassungen* 440 -10 1.600 1
* Geschätzt;
** Veränderung zum Vorjahr in Prozent.

Warum Unternehmen ihre Fuhrparks wieder ausweiten wollen

Im April wurden mit 307.300 Fahrzeugen ein Prozent mehr Personenkraftwagen ausgeführt als vor einem Jahr - bei einem Arbeitstag weniger als im April 2002. Die Nachfrage aus dem Ausland nach deutschen Pkw hat sich im April um drei Prozent abgeschwächt.

In Deutschland wurden seit Anfang dieses Jahres mit knapp 1,1 Millionen Fahrzeugen zwei Prozent weniger Pkw neu angemeldet als ein Jahr zuvor. Im April wurden mit schätzungsweise 291.000 Personenkraftwagen sogar vier Prozent weniger Fahrzeuge neu zugelassen als im April 2002.

Ausweitung von Fuhrparks erwartet

Gegenüber März 2003 stieg der Absatz saisonbereinigt jedoch um zwei Prozent. Die Binnennachfrage nach deutschen Personenkraftwagen lag seit Jahresbeginn fünf Prozent unter Vorjahresniveau, im April kam es allerdings zu einem Rückgang um 16 Prozent.

In den kommenden Monaten rechnet der VDA mit einer steigenden Nachfrage nach Firmenwagen. Seit der Rücknahme der drohenden Steuererhöhung für Firmenwagen (plus 50 Prozent) hat sich die Stimmung bei den Flottenbetreibern deutlich verbessert: Nach einer Umfrage des Instituts "Dataforce" wollen die Unternehmen ihre Fuhrparks in den kommenden zwölf Monaten wieder ausweiten.

Produktion in Deutschland zieht an

Förderlich für die Entwicklung ist die Entscheidung, die Firmenwagensteuer doch nicht um 50 Prozent anzuheben. Dies wird sich laut VDA insbesondere für die deutschen Hersteller, deren Anteil 90 Prozent am Firmenwagengeschäft beträgt, positivauswirken.

Die Produktion von Personenkraftwagen in Deutschland konnte dank guter Export-Zahlen in den ersten vier Monaten 2003 um vier Prozent auf knapp 1,8 Mio. Fahrzeuge ausgeweitet werden.

Stabilisierung auch im Nutzfahrzeuggeschäft

Beim Nutzfahrzeuggeschäft zeigt sich im bisherigen Jahresverlauf ebenfalls eine Stabilisierung. Bis einschließlich April wurden mit 116.700 Einheiten zwei Prozent mehr Nutzfahrzeuge hergestellt als vor Jahresfrist. Dabei blieb die Transporterfertigung stabil, die Produktion von Nutzfahrzeugen über sechs Tonnen legte sogar um fünf Prozent zu.

Im April kam es zwar in beiden Gewichtsklassen zu einem Rückgang um sieben bzw. fünf Prozent, gegenüber dem Vormonat stieg die Fertigung jedoch saisonbereinigt um sieben Prozent im Bereich bis sechs Tonnen und um zehn Prozent im mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugsektor.

Im April Ausfuhrrückgang um insgesamt zehn Prozent

Analog zum Pkw-Bereich ist auch im Nutzfahrzeuggeschäft der Export das stützende Element. Insgesamt wurden im bisherigen Jahresverlauf 84.200 Nutzfahrzeuge ausgeführt (plus ein Prozent). Dabei erreichte der Transporterexport nahezu das Vorjahresergebnis (minus ein Prozent), die Ausfuhr von Nutzfahrzeugen über sechs Tonnen legte um fünf Prozent zu.

Im April kam es zwar gegenüber dem hohen Vorjahresvolumen zu einem Ausfuhrrückgang um insgesamt zehn Prozent, gegenüber dem Vormonat stieg jedoch die Nutzfahr-zeugausfuhr saisonbereinigt um etwa vier Prozent.

Absatzknick bei Transportern durch Modellwechsel

Absatzknick bei Transportern durch Modellwechsel

Die anstehenden neuen Modelle der deutschen Marktführer im Transportersektor haben laut VDA vorübergehend zu einer gewissen Kaufzurückhaltung geführt. Dies setzte sich auch noch im April fort. 14 Prozent weniger Nutzfahrzeuge bis sechs Tonnen und sieben Prozent mehr in der höheren Gewichtsklasse wurden aus dem Ausland nachgefragt.

Auf dem Inlandsmarkt zeigt sich im Nutzfahrzeuggeschäft nach wie vor keine Belebung. Die anhaltende Diskussion um die Maut und die bislang noch fehlende Umsetzung von Reformen lähmen weiterhin die Investoren. Die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen blieben im bisherigen Jahresverlauf um vier Prozent hinter dem entsprechenden Vorjahresvolumen zurück.

Die Auftragseingänge aus dem Inland unterschritten in den ersten vier Monaten das Volumen von Anfang 2002 um fünf Prozent. Im April lagen die Inlandsorder zwar um elf Prozent unter dem Vorjahreswert, gegenüber März 2003 blieb die Nachfrage saisonbereinigt jedoch in beiden Ge-wichtsklassen stabil.

Pkw-Zahlen im April

Die Pkw-Produktion wurde im April 2003 um vier Prozent auf 433.000 Einheiten zurückgenommen. Arbeitstäglich bereinigt (20 Arbeitstage im April 2003 gegenüber 21 im Vorjahresmonat) übertraf die Fertigung das entsprechende Vorjahresvolumen um ein Prozent.

Im bisherigen Jahresverlauf rollten in Deutschland knapp 1,8 Millionen Personenkraftwagen von den Bändern, das waren vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Export von Personenkraftwagen stieg im April 2003 leicht um ein Prozent auf 307.300 Einheiten. Die deutschen Hersteller lieferten damit sechs Prozent mehr Pkw ins Ausland als vor Jahresfrist. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden mit gut 1,2 Mio. Fahrzeugen sechs Prozent mehr Personenkraftwagen ausgeführt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Nachfrage national sank um 16 Prozent

Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland verfehlten im April das Vorjahresergebnis um schätzungsweise vier Prozent. Saisonbereinigt legten sie gegenüber März 2003 jedoch leicht um zwei Prozent zu. Seit Anfang dieses Jahres wurden mit knapp 1,1 Mio. Fahrzeugen zwei Prozent weniger Personenkraftwagen neu angemeldet als vor einem Jahr.

Die inländischen Auftragseingänge von deutschen Personen-kraftwagen fielen im Berichtsmonat um 16 Prozent schwächer aus als vor einem Jahr, saisonbereinigt unterschritten sie das Märzergebnis um drei Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf wurden fünf Prozent weniger heimische Personenkraftwagen geordert als im Jahr zuvor.

Die Nachfrage aus dem Ausland unterschritt im April das Vorjahresniveau um acht Prozent; sie legte saisonbereinigt im Vergleich zum März allerdings leicht um ein Prozent zu. Bis einschließlich April 2003 gingen drei Prozent weniger Bestellungen aus dem Ausland ein als vor einem Jahr.

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