Montag, 23. September 2019

Einkommens-Ranking Wo die Reichsten wohnen

Die Deutschen haben 2003 nicht mehr so viel Geld auf dem Gehaltskonto wie im Vorjahr. Im neuen Ranking der reichsten Regionen ist um Frankfurt, in München, Düsseldorf und Stuttgart die Kaufkraft aber doppelt so hoch wie in Zwickau.

Nürnberg - Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 23.058 Euro netto sind die Einwohner im Hochtaunus die Spitzenverdiener der Republik. Die "Stadt der Reichsten" ist München, Berlin mit 16.874 Euro abgeschlagen auf Platz 49 des Rankings.

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Zieht man das regionale Raster enger, findet sich allerdings eine Kleinstadt mit noch wesentlich höherem Durchschnittssalär: In Grünwald bei München verfügt jeder Einwohner im Schnitt über 36.474 Euro netto pro Jahr.

Unter den 439 Landkreisen in Deutschland folgen als nächsthöhere Verdienst-Pro-Kopf-Regionen die Landkreise Starnberg (22.667) und München (22.136), die Großstadt München (21.884), der Kreis Stormarn bei Hamburg (21.807) und Bergisch-Gladbach (21.251).

Nach München und Bergisch-Gladbach folgen auf den Spitzenpositionen der einkommensreichsten deutschen Großstädte Erlangen mit 21.090 Euro pro Kopf, auf den Plätzen vier bis zehn finden sich Düsseldorf, Stuttgart, Wiesbaden, Bonn, Mainz, Darmstadt und Mülheim an der Ruhr.

Münchener verdient ein Drittel mehr als der Schnitt

Das Einkommensniveau in München liegt damit um 31,8 Prozent über dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 16.606 Euro. Im Vorjahr hatte diese Summe bei 16.484 Euro (2001: 16.173 Euro) gelegen. Inflationsbereinigt ist der Durchschnittsverdienst der Deutschen damit gesunken.

Am ärmsten sind laut einer GfK-Studie die Einwohner des Kreises Demmin in Mecklenburg-Vorpommern mit einem verfügbaren Einkommen von 10.503 Euro. Spitzenreiter in den neuen Ländern ist der Landkreis Potsdam-Mittelmarkt mit 15.139 Euro. Bei den Großstädten liegt Potsdam mit 15.639 Euro je Einwohner vorn, gefolgt von Jena (14.806) und Dresden (14.722). Schlusslicht ist Zwickau (13.189).

Diese Schnitte bilden allerdings nicht etwa den Durchschnittslohn eines Berufstätigen in der Region ab. Vielmehr ergeben Sie sich aus allen Einkommen, die dann durch die Zahl aller Einwohner - ob Baby, Greis, Arbeitsloser oder Vorstandschef - geteilt wird.

Die Kaufkraft-Posten

Das Nürnberger GfK-Institut errechnete die Werte anhand der amtlichen Lohnsteuerstatistik, addierte den Netto-Einkommen aber auch Renten, Kindergeld, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Wohngeld hinzu. Deutschlandweit summieren sich die Posten auf 1,369 Billionen Euro, die bis Jahresende als Nettolohn oder andere Netto-Einkünfte auf den Gehaltskonten der Deutschen landen. Sie bilden die Kaufkraft aller Einwohner ab.

GfK-Mitarbeiterin Sandra Grimm, die die Studie mit ausgearbeitet hat, sagte gegenüber manager-magazin.de, dass sich im Jahresvergleich "keine signifikanten Veränderungen" ergeben hätten. Das Absinken der Real-Kaufkraft sei mit der Zunahme der Arbeitslosigkeit zu erklären. In der Gewichtung der einkommensschwachen und der einkommensstarken Regionen hätten sich aber keine wesentlichen Verschiebungen ergeben.

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