Babcock Borsig Schadenersatz von Lederer

Die frühere Führung des insolventen Anlagen- und Maschinenbauers um Ex-Konzernchef Klaus Lederer muss sich auf weitere Schadenersatzklagen einrichten.

Hamburg - "Wir werden Schadenersatzansprüche gegen frühere Manager prüfen, sobald die aktiven Unternehmen in sicheren Händen sind", sagte Finanzchef Helmut Balthasar der "Financial Times Deutschland". Weil die Verjährungsfrist drei bis fünf Jahre betrage, sei das Unternehmen nicht unter Zeitdruck.

Babcock Borsig  hatte im Juni vergangenen Jahres Insolvenzantrag gestellt. Kritiker warfen dem damaligen Chef Klaus Lederer vor, die Zahlungsunfähigkeit bewusst in Kauf genommen zu haben. Gegen den ehemaligen Vorstandschef wird seit dem vergangenen Sommer ermittelt.

Schadenersatz käme den Gläubigern des insolventen Anlagen- und Maschinenbauers zu Gute. In Anbetracht der hohen Forderungen gegen den Konzern hätten Zahlungen vom Ex-Management jedoch keinen großen Anteil. Die Gesamthöhe der angemeldeten Gläubigeransprüche beziffert Babcock Borsig mit 5,47 Milliarden Euro. Darin enthalten sind jedoch Doppelzählungen.

Am Montag gab Babcock Borsig zudem bekannt, dass im Rumpfgeschäftsjahr 2001/2002 (31.8.) ein Bilanzverlust von rund drei Milliarden Euro verbucht wurde. Die Hälfte der Verluste gehe auf Beteiligungsabwertungen bei Tochtergesellschaften zurück, hieß es.

Wegen weiterer Insolvenzverfahren bei den Töchtern sei keine Konzernbilanz erstellt worden. Neben der Elf-Monate-Bilanz wurde noch eine Rechnung für September erstellt.

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